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Die Guarayos sind ein Indiostamm, der sich von den Guarani abgespalten hat. Im Zuge der Missionierung im 18./19. Jahrhundert wurden sie in der Region ca. 320 km nördlich von Santa Cruz seßhaft.  Das ehemalige Hüttendorf Ascension hat sich rund um das Krankenhaus bei ständig steigender Einwohnerzahl zu einem kleinen Wirtschaftszentrum entwickelt, mit mittlerweile 21.000 Einwohnern.

Heute umfasst die Provinz Guarayos 5 Dörfer mit insgesamt 41.000 Einwohnern.

Die überwiegend indigene Bevölkerung lebt in zum Teil bitterer Armut. Vertraglich gesicherte Arbeitsverhältnisse gibt es nicht, sie leben von kleiner Landwirtschaft, von Kleinhandel und einfachem Handwerk. Staatliche Hilfe im Sinne einer Sozialversicherung gibt es nicht. Bei Unfall, Tod, Krankheit , Arbeitslosigkeit sind die Menschen hilflos und in zahlreichen Fällen ohne finanzielle Versorgung.

45 % der Bevölkerung sind jünger als 15 Jahre.

Wegen fehlender Infrastruktur und mangelnder Aufklärung ist ärztliche Behandlung immer noch nicht selbstverständlich. Insbesondere sind es die Kinder, denen der Zugang zu Gesundheitsvorsorge, altersgerechter Ernährung und Bildung verwehrt ist. Zu viele Kinder sterben vor, während und nach der Geburt. Ca. 35 % der Kleinkinder unter 5 Jahren sind durch Unterernährung massiv gefährdet und bleiben in ihrer Gesamtentwicklung eingeschränkt. Sie erkranken häufiger und schwerer an Bagatellerkrankungen wie Durchfällen, Erbrechen und Bronchitis. Demzufolge ist auch die Kindersterblichkeit wesentlich höher als in anderen Regionen Boliviens.

Obwohl die Schulpflicht für alle Kinder gesetzlich verankert ist, bleibt Bildung trotzdem für viele Familien unbezahlbar. Deshalb ist der Analphabetismus nach wie vor weit verbreitet.

Trotz eines gewissen Wohlstandes in der Provinz Guarayos lebt der größte Teil der Indios in für uns unvorstellbar ärmlichen Verhältnissen. Ihre überwiegend mit Palmblättern gedeckten Hütten können den heftigen Witterungseinflüssen kaum standhalten. Elektrizität haben nur die wenigsten, ein eigener Ziehbrunnen ist bereits größter Luxus. Die kargen Mahlzeiten werden über offenem Feuer im Freien gegart, was bei Regen und Wind einem hoffnungslosen Unterfangen gleich kommt. Der Boden im Inneren der Hütte ist gestampfter Lehm. Viele Familienmitglieder teilen sich eine Schlafstätte.