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Friday, 14 March 2008

Kreis Anzeiger vom 29.11.2016

Wetterauer Zeitung vom 08.08.2015

Kreis Anzeiger vom 18.12.2014

Zukunft der Einrichtungen ist gesichert

BÜDINGEN - (jmk). „Es ist wohl Schicksal, dass ich auch nach elf Jahren nicht von diesem Projekt lassen kann“, sagt Ute Glock. Anfang des Jahres hatte die Büdinger Kinderärztin bekräftigt, dass sie unter keinen Umständen die Arbeit am Hilfsprojekt „Guarayos“ in Bolivien beenden wolle – und war tags darauf zum elften Mal nach Südamerika aufgebrochen. Diesmal lautete das Thema der Reise „Zukunftssicherung“. Es ging darum, beizeiten vorzusorgen. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung wurde nun getan: „Guarayos“ ist jetzt offiziell ein franziskanisches Projekt.

„Die stetigen Fortschritte unserer beharrlichen Arbeit sind sowohl für die Schwestern als auch für uns, die Projektgruppe, eine große Freude. Überwältigend aber ist die Tatsache, dass die entstandenen Institutionen nun offiziell von den Tertiarschwestern des Heiligen Franziskus anerkannt worden sind“, sagt Glock. Das macht den Weg frei für eine finanzielle, aber auch für eine personelle Sicherung der getanen Arbeit. „Was bislang eine private Initiative war, ruht nun auf vielen starken Schultern. Die Zukunft der Einrichtungen ist damit gesichert.“ Das bedeute aber nicht, dass „Guarayos“ in Zukunft nicht mehr auf Spenden angewiesen sei. „Wir müssen lediglich nicht mehr alle Kosten alleine tragen. Zu tun gibt es noch genug“, sagt die Ärztin.

In elf Jahren sind in Ascensión im bolivianischen Dschungel neben einer Geburtsklinik eine Schule, ein Ernährungs- und ein Frühförderzentrum entstanden. „Aus schulpolitischen Gründen kann unser Schulprojekt derzeit nicht fortgesetzt werden“, sagt Glock. Man suche aber nach einer Alternativlösung, um besonders den bedürftigen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. „Die Schule steht nicht im Plan der Verwaltung, jedes schulpflichtige Kind muss aber dort registriert sein. Früher konnten diese Kinder sozusagen als Quereinsteiger in eine andere Schule wechseln. Das geht derzeit nicht mehr“, erklärt Glock. Sie ist aber zuversichtlich, dass bald eine Lösung gefunden wird. Die dort beschäftigte Lehrerin unterrichte derweil die lernschwachen Kinder weiter. „Zum einen steht die Existenz der Lehrerin auf dem Spiel, zum anderen sollen diese Kinder nicht komplett den Anschluss verlieren.“

Weitere Förderstätte

Der Einsatz in Ascensión hat außerdem dazu geführt, dass auch andere Geldgeber die von Glock begonnene Arbeit dort fortsetzen und ergänzen. „Die österreichische Organisation ‚Brüder und Schwestern in Not‘ hat im März in unmittelbarer Nachbarschaft zum Frühförderzentrum eine Physiotherapiepraxis eröffnet, die für die Förderung der behinderten Kinder enorm wichtig ist.“ Die Organisation wird zudem helfen, eine weitere Förderstätte für behinderte Schüler zu schaffen, eine Art Behindertenwerkstatt. „Die Schwestern nennen es ‚Lebensschule‘. Das Frühförderzentrum würde dort sinnvoll erweitert und fortgesetzt werden“, ist sich Glock sicher.

Immer wieder hat die Ärztin in den vergangenen Jahren versucht, eine mobile Ambulanz aufzubauen, damit auch die Menschen, die mehr oder weniger mitten im Dschungel leben, medizinisch betreut werden können. Dieses Problem hat sich mittlerweile erledigt. „Die Gemeinde hat einen Arzt angestellt, der auch umherfährt. Das ist wirklich toll, denn es zeigt, wie gut mittlerweile alles vernetzt ist.“ Die Zusammenarbeit funktioniere bestens. „Unsere Projekte sind in Ascensión bestens verwurzelt, alle arbeiten Hand in Hand.“

Im Frühjahr wird Ute Glock zum zwölften Mal nach Bolivien reisen. „Der Flug mit vier Zwischenstopps ist quälend lang und auch der mehrwöchige Aufenthalt ist kein Zuckerschlecken. Dennoch überwiegen die Freude und das tiefe Glück angesichts der sich freuenden Mütter und der fröhlichen Kinder.“

Am kommenden Samstag, 20. Dezember, findet das dritte Benefizkonzert für das Projekt „Guarayos“ der „Büdinger Stubnmusi“ in der evangelischen Kirche auf dem Herrnhaag statt. Es beginnt um 18 Uhr, danach findet ab etwa 19.30 ein adventliches Beisammensein im Dorfgemeinschaftshaus in Vonhausen statt. Dort gibt es Punsch und Gulaschsuppe.

 

Kreis Anzeiger vom 25.05.2013

Keine Angst vor Überfällen

25.05.2013 - BÜDINGEN

HILFSPROJEKT Ute Glock erklärt, wie Spendengelder nach Bolivien kommen

(jmk). „Die wichtigste und meistgestellte Fragen ist: Was passiert mit dem Geld?“ Die Büdinger Kinderärztin Ute Glock hat eine einfache Antwort parat. „Wenn ich in Bolivien bin, heben wir das Geld ab und bezahlen das, was wir brauchen, in bar.“ Die Rede ist von ihrem Hilfsprojekt „Guarayos“, das vor allem Kinder in der Provinz Ascensión in Bolivien unterstützt. Das Projekt besteht seit zehn Jahren. Fast genauso lange begleitet der Kreis-Anzeiger das Projekt, berichtet über Vorträge und Aktionen, aber auch über die Reisen der Büdingerin, für die „Guarayos“ längst zu einem neuen Lebensinhalt geworden sind.

Wer spende, der wolle eben auch wissen, wie der Betrag nach Bolivien komme, findet Ute Glock. „Und ganz so einfach ist es dann doch nicht“, verrät sie. Was ihr besonders wichtig ist: Es geht nichts verloren. „Nebenkosten werden nicht mit Spendengeldern beglichen. Die Flugtickets zahle ich selbst.“ Auch Werbung, wie Flyer oder Plakate, und die Pflege der Internetseite werden privat gezahlt, sagt Glock.

Dann erklärt sie, welchen Weg das Geld zurücklegt, bis es irgendwann in Bolivien ankommt, um seinen Zweck zu erfüllen. Sowohl Bareinnahmen als auch Überweisungen landen auf einem Konto der Bank für Orden und Mission. „Dieses wird von der Missionszentrale der Franziskaner in Bonn verwaltet. Dort werden auch die Spendenquittungen ausgestellt.“ Dieser Schritt sorge für administrative Transparenz und erlaube Einsicht in die Kontoführung. „Spendengelder, die unter dem Stichwort ‚Projekt Guarayos‘ dort eingehen, sind frei von Verwaltungsgebühren. Jeder Euro fließt also nach Bolivien.“

Einmal pro Jahr reist Glock für mehrere Wochen nach Ascensión. Gemeinsam mit den Schwestern des Franziskanerordens entscheidet sie dort, für was wie viel Geld ausgegeben werden soll. „Jeder Bereich hat ein festes Budget. Das Geld wird den jeweils Verantwortlichen übergeben.“ Sollte sich auf dem Konto mehr befinden, als gebraucht wird, verbleibt dieses Plus in der Obhut der Missionszentrale in Bonn. „So vermeiden wir, dass verschwenderisch mit dem Geld umgegangen wird. Außerdem hat man so eine Reserve für unerwartete Notwendigkeiten“, sagt Glock.

Aus Bonn wird das Geld auf ein Konto der Franziskaner in Bolivien überwiesen. „Dank der guten Zusammenarbeit ist es da, sobald ich dort ankomme“, sagt Glock. Zusammen mit den Schwestern hebt sie das Geld ab. Von diesem Punkt an wird mit Bargeld hantiert. „Es kommt vor, dass ich mit einer der Nonnen und einer Handtasche voller Geld durch Santa Cruz, die nächste größere Stadt, laufe, um für die Projekte einzukaufen“, erzählt Glock. Vor Überfällen habe sie keine Angst. „Die Menschen dort sind nach wie vor sehr gläubig, Nonnen haben nichts zu befürchten.“

Niemals gebe man Spendengelder in fremde Hände, wie zum Beispiel an Gemeindeverwaltungen oder an die Partner von PLAN International. Auch kleinere Posten, wie Lebensmittelpakete, Medikamente oder Arztrechnungen, werden laut Glock ausschließlich von den Schwestern bezahlt. „Dieses System hat sich bestens bewährt und ist nur dank der jahrelangen engen Kontakte möglich.“

Die gesammelten Gelder stammen laut Glock zum Großteil aus dem Raum Büdingen. „Im Durchschnitt sind es bisher etwa 20 000 Euro im Jahr.“ Außerdem werde das Projekt seit Jahren vom Franziskaner-Gymnasium in Großkrotzenburg sowie vom „Institut für Gemeinwohl“, das von Fürstin Leonille zu Ysenburg und Büdingen geleitet wird, unterstützt.

 

Kreis Anzeiger vom 13.04.2013

Wie geht Medizin in der dritten Welt?

13.04.2013 - BÜDINGEN

Von Michel Kaufmann

Zehn Jahre Hilfsprojekt Guarayos – Kinderärztin Dr. Ute Glock zieht Bilanz – Bislang 198 000 Euro für Projekte

„Bei meiner ersten Reise nach Bolivien war ich ein Neuling, ein Besucher. Und neugierig. Ich wollte wissen: Wie geht Medizin in der Dritten Welt?“ Zehn Jahren sind vergangen, seit die Büdinger Kinderärztin Dr. Ute Glock das Hilfsprojekt Guarayos ins Leben gerufen hat. Zehnmal ist sie seither nach Bolivien gereist, um die Schwestern des Franziskanerordens in Ascensión mit Geld, vor allem aber mit Ideen zu unterstützen. Einiges hat sich in dieser Zeit in dem Ort im bolivianischen Dschungel getan. Darauf ist Ute Glock zurecht stolz. Zeit, einmal Bilanz zu ziehen.

Das erste große Projekt, eine Geburtsklinik im Hospital von Ascensión, steht längst auf eigenen Beinen. Außerdem wurden dank des Projekts eine Schule, ein Ernährungs- und ein Frühförderzentrum für behinderte Kinder realisiert. „28 Kinder besuchen die 2008 gegründete Schule, darunter waren auch acht lernbehinderte Schüler“, erzählt die Ärztin. Diese habe man allerdings mittlerweile in das Frühförderzentrum integriert. „Uns fehlte eine Sonderpädagogin. Deshalb haben wir diesen Versuch beenden müssen.“ Das 2011 eingeweihte Frühförderzentrum ist eigentlich für kleinere Kinder gedacht. Ein von den Nonnen im vergangenen Jahr initiierter Anbau hat die Unterbringung der acht schulpflichtigen Kinder möglich gemacht. „Das ist sehr schön. Es war genug Geld da. Man sieht, dass es läuft“, sagt Glock. „Wir haben eine weitere Hilfskraft einstellen können und das Stundenkontingent erhöht. Außerdem bekommen die Kinder dort jetzt pro Tag eine kleine Mahlzeit.“ Dazu trage jeder etwas bei. „Beteiligung seitens der Eltern ist erwünscht“, sagt Glock, ein „Almosenwesen“ soll vermieden werden.

Auch das im vergangenen Jahr eingeweihte Ernährungszentrum hat einen Anbau und eine Rollstuhlrampe erhalten. Darin werden zum Beispiel Kochkurse angeboten. „Auch dort waren die Nonnen wieder sehr findig. Nach einem Wasserrohrbruch hat die Wasserzuleitung von der Stadt nicht mehr funktioniert. Die Nonnen haben sofort reagiert und kurzerhand den Klosterbrunnen angezapft, damit der Betrieb weitergehen konnte.“

198 000 Euro sind bislang zusammengekommen. Die Spenden – das zu betonen, wird Glock nicht müde – fließen zu 100 Prozent in die Projekte. Dafür hat die Stadt Büdingen der Ärztin sogar die Bürgerplakette verliehen. Diese wurde natürlich in Ascensión aufgehängt. „Ich gehe davon aus, dass sich die Einrichtungen mit jedem weiteren Jahr stabilisieren. Programme laufen irgendwann aus, aber Einrichtungen zu schließen, das ist nicht so einfach. Man sieht das ja an der Geburtsklinik. Das Netz wird dichter und somit auch tragfähiger.“

Damit ist Ute Glock bei ihrem Lieblingsthema angekommen: Nachhaltige und grundlegende Hilfe, statt Unterstützung von Einzelfällen. Das ist für die Kinderärztin die Formel, nach der sie einst gesucht hat. In Ascensión funktioniert sie prächtig, auch wenn Glock zugibt, dass der Nutzen lokal begrenzt ist. „Auf ganz Bolivien gerechnet macht das natürlich nicht viel aus. Aber für die Region ist es ein kollosaler Gewinn.“ Ascensión habe mittlerweile gut 23 000 Einwohner, innerhalb von zwei Jahren seien acht neue Stadtteile entstanden. Diese liegen in der Regel weit voneinander verstreut im Dschungel. Es gibt meist keinen Strom und kein fließendes Wasser. „Um dieses große Gebiet flächendeckend zu betreuen braucht man genug Personal und vor allem Strukturen“, sagt Glock.

Deshalb arbeitet man ab sofort enger mit der Organisation PLAN International zusammen, die die Kinderärztin als wichtige Partnerin ihres Projekts sieht. „PLAN bildet zum Beispiel die Helferinnen, die sogenannten Voluntarias, aus und stellt Kochkurse auf, die in unserem Ernährungszentrum stattfinden. Das ergänzt sich hervorragend.“ Jetzt hat die Organisation sogar für ein Jahr einen Koordinator zur Verfügung gestellt, eine Art Manager, der sich darum kümmert, dass alles so harmoniert, wie es soll. Auch ein einheimischer Arzt, der das Gesundheitsressort der Gemeinde leitet, ist in die Arbeit eingebunden worden. „Wir ziehen alle an einem Strang“, sagt die Büdingerin.

Ute Glocks Haltung, stets das Ganze im Blick zu behalten und das Netz dichter zu weben, führt immer zu neuen Ideen. „Ich habe mir überlegt, was zum Beispiel aus den Kindern wird, die wir im Frühförderzentrum betreuen, wenn sie älter werden. Wir bräuchten so eine Art Behindertenwerkstatt, wo diese dann unterkommen.“ Die nächste Reise steht somit also schon fest. „Jedes mal, wenn ich abgereist bin, hatte ich das Gefühl, eine Lücke zu hinterlassen. Also musste ich immer wieder hinfahren. Heute gehöre ich dort zum Inventar.“

   

Gelnhäuser Tageblatt vom 08.08.2012

Bolivianische Fröhlichkeit wird Büdingen verzaubern

08.08.2012 - BÜDINGEN

(rin). So bunt und fröhlich wie die Kleider der bildschönen jungen Frauen, so lebhaft ist ihre Musik. Kaum wiegen sie sich geschmeidig zu ihren traditionellen Rhythmen, springt der Funke schon über, reißt mit, in einen Strudel von Klängen, drängt, sich einzufügen in die Rhythmen, und die Beine bewegen sich wie von selbst. Gelegenheit zum Mittanzen wird es reichlich geben am kommden Samstag, 11. August, beim Vorstadtfest in Büdingen. Ab 19 Uhr wird die bolivianische Tanzgruppe „Puerta del Sol“ die Besucher mit Musik und Tänzen begeistern, die sie aus der Karnevaltradition ihrer Heimat, der Hochlandprovinzen in Bolivien, mitgebracht hat.

Im Jahr 2001 erklärte die UNESCO den bolivianischen Karneval zum „Weltkulturerbe“. Motiviert durch dieses Ereignis, entschied eine Gruppe von etwa 50 in Frankfurt lebenden Bolivianern, sich unter dem Namen „Puerta del Sol“ (das Tor der Sonne) zusammenzuschließen, um der Welt die Tänze, die Kultur und Folklore ihrer Heimat nahe zu bringen. Die Tanzgruppe nahm seitdem an vielen Veranstaltungen teil, unter anderem dem „Karneval der Kulturen“ in Frankfurt, wo sie mehrmals hintereinander den ersten Platz erreichten, der „Parade der Kulturen“ in Hamburg und Berlin, dem „Karneval del Pueblo“ in London, dem „Rosenmontagszug“ in Düsseldorf sowie an verschiedenen Bühnenauftritten in ganz Deutschland. Bereits seit März 2007 ist „Puerta del Sol“ ein eingetragener Verein und unterhält nicht nur eine Tanzgruppe unter der Leitung von Elsa Nava, sondern engagiert sich auch für soziale Projekte in Bolivien.

Schon beim Büdinger Altstadtfest im Juni konnte man erleben, welch magische Wirkung „Puerta del Sol“ mit Musik und Tänzen auf die Zuschauer ausübt. Bei strömendem Regen stand die Gruppe ganz alleine auf dem Marktplatz und begann mit der Show. Nach und nach füllte sich der Platz, der Regen konnte prasseln, niemand spürte ihn mehr, und alle Anwesenden gerieten wie verzaubert in den Bann der Tänzer und Musikanten.

Die Büdinger Kinderärztin im Ruhestand, Dr. Ute Glock, hatte „Puerta del Sol“ für Büdingen entdeckt. Seit bald zehn Jahren ist sie für das Project „Guarayos“ in Bolivien tätig. Gemeinsam mit ihrem Team und in Zusammenarbeit mit den Franziskanern in Fulda und der Missionszentrale der Franziskaner bemüht sie sich, den Kindern in Bolivien eine Zukunft zu geben. Im Laufe der Jahre konnten sie mehr als 120 000 Euro sammeln und in verschiedenen Bereichen eine nachhaltige Verbesserung für die Kinder bewirken. So wurden für Krankenhäuser medizinisch-technische Geräte angeschafft oder eine ganze Entbindungsklinik ausgerüstet. Andere Projekte unterstützen die Familien in Fragen der Ernährung, Bildung, Frühförderung der Kinder und vermitteln Patenschaften.

Ute Glock sagt: „Ich hänge sehr an den Menschen in Bolivien, wegen ihrer Fröhlichkeit und Emotionalität, ihrer Musik, Farben und Unbekümmertheit.“ Doch wenn sie für ihre Projekte in Bolivien arbeite, rücke immer wieder nur der Ernst der dortigen Situation für die Kinder und Familien, die bittere Armut und Traurigkeit in den Vordergrund. Dies sei aber nicht Bolivien. Die Bolivianer seien ein fröhliches Volk, das seine Tradition lebe. Es würde viel gefeiert, mehr als in Deutschland. Als Ausgleich für das harte Leben im Hochland hätten Paraden, Karneval und Familienfeiern einen wesentlich höheren Stellenwert als in Deutschland.

„Puerta del Sol“ sei authentisch und loyal der Heimat gegenüber und nicht zu verwechseln mit jenen Musikgruppen, die mit Panflöten unterwegs sind und das Geld mit dem Hut einsammeln. Ute Glock hofft, in Zukunft auf noch intensiveren Kontakt mit der Gruppe, die ihr Projekt „Guarayos“ mit der, den Bolivianern eigenen, heiteren Natur unterstützen und dessen ideelle Werte hervorheben.

Hier ein Video für einen Eindruck von Puerta del Sol e.V. in Frankfurt am Main



Kreis Anzeiger vom 11.06.2012

"Ein großer Rhetoriker und Verfasser brillianter Reden"

11.06.2012 - BÜDINGEN

(co). Mit der höchsten Auszeichnung, die die Stadt Büdingen zu vergeben hat, wurde jetzt Dr. Volkmar Stein bedacht und zum Ehrenbürger ernannt. In derselben Sitzung der Stadtverordnetenversammlung überreichte Stadtverordnetenvorsteher Bernd Luft auch die Bürgerplakette der Stadt an Dr. Ute Glock, Godelieve Lang, Werner Schmück und Bernfried Wieland. Weggefährten und Freunde der Ausgezeichneten waren zur Gratulation in den Sitzungssaal des Historischen Rathauses gekommen, unter ihnen Landtagsabgeordneter Klaus Dietz und Ehrenstadtverordnetenvorsteher Siegfried Müller.

……

Bürgermeister Erich Spamer würdigte die Arbeit von Dr. Ute Glock. Die Kinderärztin engagierte sich in ihrer Büdinger Praxis und als Ärztin beim Gesundheitsamt des Wetteraukreises sowie ehrenamtlich vor allem für Kinder mit Entwicklungsstörungen. Seit ihrer Pensionierung widmet sie sich nun schon zehn Jahre den Kindern in der bolivianischen Provinz Guarayos. Sie sammelt mit einem Team engagierter Frauen Spenden, um dort ein Krankenhaus, das 1957 von der Franziskanerin Schwester Letitia gegründet wurde, zu unterstützen, um den unterernährten Kindern Nahrungsmittel zu beschaffen und ihnen Wege zur Bildung zu öffnen. Mehr als 150000 Euro kamen mittlerweile zusammen.

…….

 

Kreis Anzeiger vom 26.01.2012

Dem Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe, ein Stückchen näher kommen

26.01.2012 - LINDHEIM

Kinderärztin Dr. Ute Glock hält Vortrag bei Projekt "Guarayos" bei Inner-Wheel-Club

(red). Im Zuge des jüngsten Treffens des Inner-Wheel-Clubs Bad Orb-Büdingen-Nidda unter der Leitung der Präsidentin Margret Reuning hielt die Büdinger Kinderärztin Dr. Ute Glock einen Vortrag mit Bildern über ihr Projekt „Guarayos“ in Bolivien. Das Januar-Meeting fand in der Gaststätte „Landsknecht“ in Lindheim statt.

Seit dem Jahre 2004 unterstützt Ute Glock ein Urwaldkrankenhaus der Franziskanerinnen im bolivianischen Dschungel. Nachdem sie unter anderem den Bau und die Einrichtung einer Kinderstation und später einer Frühgeborenenabteilung sowie die Anschaffung einer dringend notwendigen Röntgenanlage förderte, liegt seit einigen Jahren der Schwerpunkt ihrer Hilfe in der Vorbeugung und Erkennung von Kinderkrankeiten.

Dafür werden freiwillige bolivianische Helferinnen, die sogenannten Voluntarias, ausgebildet, die in den Dörfern die Familien aufsuchen und sie über die Möglichkeit von ärztlicher Behandlung ihrer Kinder informieren sowie über die Betreuung chronisch kranker und behinderter Kinder.

Der Kampf gegen die dramatische Unterernährung der Kleinkinder ist dabei die größte Herausforderung. So sind inzwischen ein Ernährungsberatungszentrum, eine Frühförderstelle für benachteiligte Kinder und eine kleine Urwaldschule entstanden.

Die Ausbildung weiterer Voluntarias, die Unterstützung der Anschaffung von Wasserfilteranlagen in den Urwalddörfern sowie die Vernetzung vorhandener Strukturen im Gesundheitsbereich - Krankenhaus, Ernährungsberatungszentrum und Frühförderstelle für behinderte Kinder - mit den örtlichen offiziellen Institutionen sowie mit bewährten Organisationen wie PLAN sind die Aufgaben, die sich die Kinderärztin bei ihrem nächsten Aufenthalt gestellt hat.

Sie wird im Februar erneut nach Bolivien reisen, um das Projekt „Guarayos“ zu festigen und voranzutreiben. Es wird ihre neunte Reise sein. Ihr Ziel ist es, in Guarayos Hilfe zur Selbsthilfe zu gewähren und für die Nachhaltigkeit des Projekts zusammen mit den Gründerinnen im Kloster der Franziskanerinnen zu sorgen.

Die Mitglieder des Inner-Wheel-Clubs waren von dem Vortrag der Kinderärztin berührt. Margret Reuning übergab Ute Glock einen Scheck zur weiteren Unterstützung ihrer Aktivitäten.

 

Gelnhäuser Tageblatt vom 12.03.2011

Anstrengender Einsatz von großem Erfolg gekrönt

12.03.2011 - BÜDINGEN

Von Michel Kaufmann

Büdinger Ärztin Dr. Ute Glock baut in Bolivien mit Franziskaner-Nonnen Frühförderzentrum für behinderte Kinder auf - Neue Reise geplant

„Manchmal hat es mich schon Nerven gekostet. Man stelle sich vor: 40 Minuten, um ein einziges Bild zu verschicken“, sagt Dr. Ute Glock. Einen Monat war sie in Bolivien, jetzt ist sie nach Deutschland zurückgekehrt. Für den Kreis-Anzeiger berichtete sie in den vergangenen Wochen in ihrem Reisetagebuch von ihrem Alltag.

Dem Projekt „Guarayos“ zuliebe, dass sie aufgebaut hat, setzte sie sich der strapaziösen Reise aus, um den Franziskanernonnen in Ascensión in Bolivien bei deren sozialen Projekten zu helfen. Den Tücken des bolivianischen Internets trotzend, schickte sie einmal pro Woche einen Bericht an unsere interessierten Leser in der Heimat.

„Oft ging in den Internet-Cafés gar nichts. Als Entschuldigung wurde dann das Wetter vorgeschoben“, erzählt sie. Erst, als eine der Nonnen ihr einen Laptop gab, habe sie ihrer Pflicht in den wenigen freien Stunden nachkommen können. „Das Schreiben ist ja auch ein Ventil. Irgendwie muss man die Dinge, die man hier erlebt, verarbeiten.“ Dass das Senden der Texte und vor allem der Bilder per E-Mail so lange dauerte, daran mag sie gar nicht mehr denken.

„Anstrengend war es, ja, aber auch von großem Erfolg gekrönt“, sagt Ute Glock über ihre Reise. Besonders stolz ist sie auf die Einweihung des Frühförderzentrums, dass auch in zwei ihrer Berichte Erwähnung fand. Die Idee für eine solche Einrichtung sei ihr und den Nonnen vor Ort gekommen. „Bei unseren Rundgängen fanden wir viele Kinder, die behindert sind. Wir mussten etwas tun.“

17 Kinder werden jetzt in der neuen Einrichtung betreut. Eine einheimische Pädagogin konnte ebenfalls verpflichtet werden. Die Stadt sei froh über die sozialen Projekte der Nonnen. „Hohe Beamte kamen, um uns zu danken. Sie geben offen zu, dass sie nicht wissen, wie sie so etwas machen sollen“, sagt Glock. In derselben Straße soll nun ein weiteres Haus renoviert werden. Dort wollen Glock und die Nonnen ein Ernährungszentrum unterbringen. „Wir haben Personal, wir haben das Gebäude, aber es fehlt noch an Geld“, sagt Glock.

Dass sinnvolle Hilfe nur vor Ort entstehen kann, zeigt die Geschichte von Ute Glocks neuester Idee. „Im Zuge des Ernährungsprojektes müssen wir uns ja auch um die Nachsorge kümmern, wenn die Kinder die Krankenstation verlassen.“ Aufgefallen sei ihr dabei, in welch katastrophalen Zuständen sich die Wasserversorgung befinde. „Wir holten das Wasser aus dem Brunnen und ich dachte: Meine Güte, was für eine Dreckbrühe!“ Ein Bekannter habe ihr dann ein Sandfiltersystem gezeigt. „Nach der Filterung ist das Wasser zumindest klar und von den gröbsten Parasiten gereinigt“, erklärt Glock. Daher wolle sie jetzt helfen, möglichst viele Brunnen mit solchen Filtern auszustatten. „Und man muss bedenken, wir müssen dann auch Leute dort haben, die die Filter installieren und warten“, sagt sie. Die Idee der mobilen Ambulanz, die eingerichtet werden sollte, habe man hingegen zunächst hintenan gestellt. „Im Moment ist das noch nicht reif. Außerdem haben wir keine Schwester, die sich dem annehmen könnte.“ Vergessen will sie die Idee aber nicht, sie soll zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt werden.

„Ich freue mich auch darüber, eine zunehmende Vernetzung beobachten zu können.“ Als Beispiel nennt Ute Glock ein Erziehungsprogramm von Plan International für Vorschulkinder. „Man erkennt unser Frühförderzentrum für behinderte Kinder als Teil dessen an.“ Es sei schön, zu sehen, dass nicht gegeneinander gearbeitet werde. Auch in der Grundschule „Nueva Esperanza“ habe sich viel getan, erzählt die Ärztin. „Die Nachfrage wächst, wir brauchen mehr Platz.“ Die vor einigen Jahren eingerichtete Geburtsklinik sei hingegen mittlerweile ein Selbstläufer. „Ich hatte gar keine Zeit, dort überhaupt mal vorbeizuschauen“, gesteht Glock.

Die Energie sei ihr in diesen Wochen nicht abhanden gekommen. „Ich hätte locker noch zwei, drei Wochen weitermachen können“, sagt sie und gesteht, dass dies nicht immer so gewesen sei. „Als ich im November 2009 in Bolivien war, gab es Zeiten, in denen ich sehr frustriert war. Da wollte ich eigentlich nur noch nach Hause.“ Ihr jetziger Besuch sei völlig anders gewesen. „Ich denke, das liegt auch daran, dass die Kommunikation mit den bolivianischen Nonnen und der Bevölkerung besser wird. Ich beherrsche die Sprache einfach viel besser und muss mich nicht mehr nur auf die deutschen Schwestern begrenzen.“ Das mache viel aus. „Es ist wie eine andere Dimension. Sich dort ohne Berührungsängste zurechtfinden, das ist toll. Es ist meine Belohnung“, sagt sie. Es war Ute Glocks achte Reise nach Südamerika. Ans Aufhören denkt sie nicht, die nächste Reise wird schon geplant. „Wenn das Ernährungszentrum eingeweiht wird, fliege ich runter. Das habe ich versprochen.“

Gelnhäuser Tageblatt vom 04.03.2011

Zum Schluss belohnt er uns mit einem zarten Lächeln

05.03.2011 - BÜDINGEN/ASCENSIóN (JMK/RED) VIER WOCHEN ARBEITETE DR UTE GLOCK AUS BÜDINGEN IN ASCENSIóN IN DER BOLIVIANISCHEN PROVINZ GUARAYOS GEMEINSAM MIT DEN SCHWESTERN DES FRANZISKANERORDENS HAT SIE DIE SPENDENGELDER, DIE SIE UND IHR TEAM BEIM „PROJEKT GUARAYOS“ GESAMMELT HABEN, IHREM ZWECK ZUGEFÜHRT (DER KREIS-ANZEIGER BERICHTETE) NUN STEHT NACH DIESEN HARTEN UND INTENSIVEN WOCHEN DIE HEIMREISE AN FÜR DEN KREIS-ANZEIGER ZIEHT UTE GLOCK IN IHREM REISETAGEBUCH BILANZ:

Nach vier Woche zieht Dr. Ute Glock Bilanz - Wichtige Hilfe für die Benachteiligten, für die Menschen, die auf der Strecke bleiben

„Die Stadt Santa Cruz: Wirtschaftsmetropole, Drogenhochburg, Hexenkessel. Dreck, Luxus und Armut stehen nahtlos nebeneinander. Die Fahrzeuge drängen sich vielspurig auf den Straßen, nur handbreit voneinander entfernt. Das Hupkonzert ist ohrenbetäubend, Sieger ist immer der Stärkste, der Schnellste oder Lauteste. Verkehrsregeln ergeben sich aus der Situation.

Hier ist die erste Etappe meines Heimweges zu Ende, Ascensión de Guarayos liegt hinter mir. Hinter mir liegen auch die vielen kleinen Abschiede von lieb gewonnenen Begleitern, den Schwestern, Bekannten, Freunden und Mitstreitern, oft wird mir die Kehle eng.

Es ist gelungen, die begonnenen Projekte anzuschieben und weiterzubringen. Jetzt müssen sie allein weiterlaufen, bis die Zeit für einen erneuten Besuch gekommen ist. Die kleine Urwaldschule „Nueva Esperanza“ braucht eines neues Dach - 1000 Palmblätter liegen schon bereit. Sie müssen einzeln in die Hand genommen und für die Aufschichtung vorbereitet werden. Der bisherige Klassenraum, bis vor Kurzem noch Behelfsunterkunft für Dolores, wird vergrößert, indem Schwester Andrea die Trennwand entfernen lässt.

Die künftigen Schulanfänger bekommen so mehr Raum, mehr Luft, mehr Licht. Wir zahlen acht Gehälter und investieren damit planvoll in den schulischen Unterricht. Bildung als Chance für die Zukunft hat oberste Priorität. Für die Handarbeitsgruppen haben wir Berge von Stoffen und Garnen in schrillen Farben gekauft. Es kommt nicht auf Schönheit, sondern aufs Machen und Gelingen an.

Im neuen Frühförderzentrum finden 17 behinderte Kinder fachgerechte Betreuung und Unterstützung. Diese kleine Einrichtung ist nicht nur mir Bedürfnis und Herzensangelegenheit. Die gelähmte Sandra freut sich über unseren Besuch. Das Kloster bringt ihr Essen, ein Junge übernimmt kleine Botengänge. Eine lange Wunschliste legt Zeugnis ab über neu erwachte Lebensgeister.

Der kleine unterernährte Felipe hat seine Ödeme verloren und 800 Gramm an Gewicht zugenommen. Zum Schluss belohnt er uns mit einem zarten Lächeln, wir werden ihn und seine Mutter im Auge behalten. Die Logistik für unser Ernährungsprogramm ist gewaltig und erfordert konzentrierten Einsatz. Die Verknüpfungen mit den anderen Institutionen vor Ort machen Besprechungen und Versammlungen, das Knüpfen von Kontakten und das Erstellen von neuen Arbeitskonzepten immer wieder nötig. Die Bemühungen haben bereits erste Früchte getragen, mit denen wir andere Partner dazugewonnen haben. Unser aller Ziel ist der Umzug aus dem Provisorium in ein eigenes Gebäude mit schönen Räumen, einer eigenen Küche und der Möglichkeit zu gemeinsamen Kochkursen im Garten.

Keines unserer Projekte ist eine Schreibtischfantasie, sondern stets aus akuter Not geboren. Unsere Auftraggeber sind die Unterernährten, die Benachteiligten - die, die auf der Strecke bleiben. Kinder wie Felipe, Julio César, Marialena und Cristopal geben den Dingen Gesicht und Namen.

Ich bedanke mich bei allen, die mich auf meinem Weg unterstützt und begleitet haben: meiner Familie, meinen Freunden, meiner Arbeitsgruppe, den vielen Helfern und zahllosen Spendern und natürlich den interessierten Lesern. Sie alle haben dazu beigetragen, die kleine Welt Guarayos zu verändern und neue Perspektiven zu eröffnen.

Gelnhäuser Tageblatt vom 26.02.2011

Ich kann ihn beruhigen, dass seine Kinder nicht in Gefahr sind

26.02.2011 02:00 Uhr - BÜDINGEN/ASCENSIóN (JMK/RED) SEIT DREI WOCHEN ARBEITET DR UTE GLOCK AUS BÜDINGEN IN ASCENSIóN IN DER BOLIVIANISCHEN PROVINZ GUARAYOS GEMEINSAM MIT DEN SCHWESTERN DES FRANZISKANERORDENS WILL SIE DIE SPENDENGELDER, DIE SIE UND IHR TEAM BEIM „PROJEKT GUARAYOS“ GESAMMELT HABEN, IHREM ZWECK ZUFÜHREN (DER KREIS-ANZEIGER BERICHTETE) FÜR DEN KREIS-ANZEIGER BERICHTET UTE GLOCK IN IHREM REISETAGEBUCH HEUTE UNTER ANDEREM VON DER ERÖFFNUNG EINES FRÜHFÖRDERZENTRUMS

Dr. Ute Glock nimmt an der Einweihung eines Frühförderzentrums teil - Spontane Hilfe

 

„Längst haben meine Tage ihren stetigen Rhythmus gefunden. Unsere kompetente und tatkräftige Pastora findet ein schwer unterernährtes Kind. Felipe ist elf Monate alt und wiegt 6200 Gramm. Sein Köpfchen wackelt auf einem steckendünnen Hals, immer wieder sucht er Halt in den Armen seiner Mutter. Sie ist im siebten Monat schwanger und wirkt völlig überfordert. Wir befürchten, dass sie den Jungen mit Absicht sterben lassen will.

Mit vereinten Kräften bringen wir Mutter und Kind in die Klinik, wo sie der diensthabende Arzt unwirsch und genervt abfertigt. Schließlich nimmt er die beiden doch auf. Damit die Mutter nicht wegen Hunger einfach verschwindet, kaufe ich ihr auf dem Markt eine warme Mahlzeit, die aus Nudeln und ein paar Fleischfasern besteht. Das Essen kostet neun Bolivianos, das sind umgerechnet 90 Cent.

Ich übernehme auch die Behandlungskosten für einen neun Jahre alten Jungen mit hohem Fieber und starkem Nasenbluten. Es besteht der Verdacht auf Denguefieber. Eine Krankenversicherung gibt es nicht, den Eltern fehlt das Geld für den Arzt, für Medikamente und Laboruntersuchungen.

Ausnahmsweise scheint die Sonne, es ist drückend heiß. Ich muss Schulutensilien für ein paar Kinder kaufen, denen ohne Hilfe die Schule versagt bliebe. Unzählige Motos knattern durch den Ort, das Überqueren der Straße ist lebensgefährlich. Bürgersteige gibt es keine, ich suche mir den Weg durch Unrat, Morast, Steine und Wasserpfützen.

Dann endlich ein freudiges Ereignis. Die Einweihung unseres neuen Frühförderzentrums steht bevor. Es ist eine schöne Feier, bei der die Eltern und ihre zum Teil schwerstbehinderten Kinder vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben im Mittelpunkt stehen. Die wenigen Ansprachen sind kurz und warmherzig, es geht um die Erfüllung lang gehegter Träume. Der Chef des Sozialwesens der Stadt Ascensión ist aufrichtig überrascht, was Privatinitiative aus Europa bewirken kann. Er spart nicht an anerkennenden Worten. Im Frühförderzentrum sind die Therapiekinder eingeladen zur Begrüßung und Befundaufnahme. Das Spektrum der Behinderungen ist vielfältig und erschütternd, ich sehe Bilder, die aus unserem Alltag längst verschwunden sind. Diagnostik und Therapiemöglichkeiten fehlen, es bleibt ihnen nur liebevolle individuelle Zuwendung mit ein paar improvisierten Materialien. Freude, vergnügtes Lachen und dankbare Mütter sind unser Lohn.

Die Schwestern ziehen sich am Wochenende in die Anbetung Mariens, ins Gebet und in Meditation zurück, man nennt das ‚Retiro‘. Die kleine Klosterkapelle ist mit Blumen geschmückt und von Kerzen schemenhaft beleuchtet, außer einem anhaltenden Gemurmel höre ich an jenem Samstagabend nichts.

Am Frühstückstisch herrscht tiefes Schweigen. Kaum Blickkontakt. Aus dem CD-Player erklingt ruhige Panflötenmusik. Die Nonnen scheinen lautlos durch den Raum zu schweben. Schwester Verena ist erkältet und hustet. Kein Geschirrgeklapper, kein Gescharre der Stühle auf dem harten Fliesenboden.

Viel zu schnell muss ich zurück in das Getöse der Welt. Für halb neun ist eine Versammlung mit den Vetretern der Ortsteile anberaumt. Bis sie beginnt, ist es nach halb zehn. Der Erfolg ist dennoch gewaltig: 58 Teilnehmer haben sich eingefunden, um mit uns das Problem der Unterernährung in Ascensión zu erörtern. Es kommen hauptsächlich Männer. Wie Geschosse feuern sie ihre Fragen ab, und wir spüren die Brisanz des Themas.

Genardo ist ein alter zahnloser Indio mit einem strahlenden, warmherzigen Lächeln. Er ist in Sorge um seine beiden kranken Enkelkinder und bittet mich um einen Besuch. Ich kann jetzt nicht kneifen, und so fahre ich per Mototaxi in den weit abgelegenen Ortsteil, in dem er wohnt. Hier im Dschungel lebt er in ärmlichen Verhältnissen ohne Strom und Wasser. Ich kann ihn schließlich beruhigen und versichern, dass seine Kinder nicht in Gefahr sind.“

Dr. Ute Glock

Kreisanzeiger vom 12.02.2011

Die Nonnen lachen und rufen ,Foto‘

12.02.2011 - BÜDINGEN/ASCENSIóN

Dr. Ute Glock hat abenteuerliche Anfahrt zum Kloster Ascensión in Bolivien hinter sich

(jmk/red). Vergangene Woche brach Dr. Ute Glock aus Büdingen für vier Wochen nach Ascensión in der bolivianischen Provinz Guarayos auf. Gemeinsam mit den Schwestern des Franziskanerordens will sie die Spendengelder, die sie und ihr Team beim „Projekt Guarayos“ gesammelt haben, ihrem Zweck zuführen (der Kreis-Anzeiger berichtete). Mittlerweile hat sie sich im bolivianischen Dschungel in die Arbeit gestürzt. Für den Kreis-Anzeiger berichtet sie heute in ihrem Reisetagebuch von ihrer Ankunft in Bolivien.

„Die Reise über den Atlantik nach Bolivien war lang. Sie ist aber, als ich in Santa Cruz ankomme, noch nicht zu Ende. Anstatt der üblichen Weiterfahrt in die Provinz Guarayos geht es gleich am nächsten Morgen nach San Miguel, um an einer religiösen Feierlichkeit teilzunehmen.

 Die Landschaft ist gigantisch schön. Nach Eis und Schnee in Deutschland ist das satte, üppige Grün des Dschungels eine Augenweide. Wir sind in Südamazonien - besonders jetzt nach der Regenzeit sind überall riesige Wasserpfützen. An diesen kleinen Seen spielt sich einiges ab: Jungen liefern sich Wasserschlachten, einer betreibt mit viel Shampoo seine Morgentoilette, Frauen stehen bis zur Taille im Wasser und türmen sich Berge von gewaschener Wäsche auf den Kopf. Es gibt massenhaft Vögel und Schwärme bunt schillernder Schmetterlinge.

In San Miguel werde ich in das einzige Hotel am Platz einquartiert. Es wirkt primitiv und provisorisch, erfüllt letztendlich aber seinen Zweck. Ich übernachte für fünf Euro und bekomme ein frisches Handtuch, Seife in Probengröße und eine ganze Rolle Toilettenpapier. Das Wasser fließt, die Dusche erfrischt und die Wasserspülung funktioniert.

Die Rückfahrt nach Ascensión am nächsten Tag wird zum Abenteuer. Nur zufällig finde ich einen Platz in einem der beiden Fahrzeuge, der Koffer wird auf dem Dach festgezurrt. Die Piste entpuppt sich als fast unbefahrbar, der für glatten Asphalt konzipierte Wagen droht bei jedem Loch zu bersten. Wie auf Eiern tastet sich unser Fahrer Don Johnny von Loch zu Loch. Schneller, als mit Tempo 30, kommen wir nicht voran. Für die jetzt vor uns liegenden 230 Kilometer bis Concepción brauchen wir geschlagene acht Stunden. Inzwischen setzt heftiger Tropenregen ein und verwandelt die rote Sandpiste im Handumdrehen in eine gefährliche Rutschbahn. Im Schritttempo schlingern wir Kilometer für Kilometer voran. Der Weg ist eine Morast-Strecke, immer wieder durchfahren wir Wasserlöcher, sie sind rot und schlammig.

Dann platzt ein Reifen. Es gießt noch immer in Strömen, aber die Nonnen und ich müssen raus aus dem Auto. Sofort fallen Millionen Mücken über uns her. Soweit habe ich nicht gedacht - mein Mückenspray kommt viel zu spät zum Einsatz. Ein vorbeibretternder Lkw verpasst uns allen eine rote Schlammdusche, wir sind von oben bis unten verdreckt. Die Nonnen lachen und rufen: ‚Foto!‘.

Mittlerweile ist es Nacht und der Dschungel nur noch schwarz. Wir durchfahren einen Schwarm von Leuchtkäfern, die wie Sternschnuppen durch die Luft fliegen. Es ruckelt, rappelt und poltert. Dann platzt wieder ein Reifen. Im schwachen Lichtschein einer jämmerlichen Taschenlampe wird auch dieses Rad gewechselt. Die Nonnen haben aufgehört, herumzualbern und beten jetzt den Rosenkranz.

Wir sind mittlerweile seit 14 Stunden unterwegs. Gegen zwei Uhr morgens kommen wir im Kloster in Ascensión an, meinem eigentlichen Bestimmungsort.

Jetzt beginnt die Arbeit. Schwester Miriam hat den Februar schon durchgeplant, mein Terminkalender ist voll. Wir verabreden uns mit den politischen Entscheidungsträgern am Ort, ohne die unser Projekt nicht realisierbar ist. Am Nachmittag unternehme ich den ersten Rundgang durch eines der Dorfteile, wo unsere Mitstreiterin Pastora den Müttern einen Vortrag über Kinderernährung hält. Es ist nass und sumpfig hier draußen, nur über Bretter können wir die großen Wasserlöcher überqueren. Die Brühe im Brunnen lässt mich erschaudern, denn ich weiß, dass das Wasser getrunken und zum Kochen benutzt wird.

Ich freue mich über das Wohlwollen und Interesse all derer, die in die Projektarbeit eingebunden sind.“

Kreisanzeiger vom  03.02.2011

Damit Geld da ankommt, wo es gebraucht wird

Von Michel Kaufmann

Das Ticket liegt bereit. Die Koffer sind gepackt, die To-do-Listen abgehakt. Heute fliegt die pensionierte Büdinger Kinderärztin Ute Glock nach Bolivien, um dafür Sorge zu tragen, dass die Spendengelder vom „Projekt Guarayos“ ihrem Zweck zugeführt werden.

Schwester Letitia Pallhuber gründete Anfang der 60er Jahre in Ascensión in der Provinz Guarayos in Bolivien ein Hospital. Das Entwicklungshilfeprojekt unterstützt dort die Schwestern und ihre soziale Arbeit. 2003 lernte Glock durch Vermittlung ihres Doktorvaters die Nonne vom Franziskanerorden kennen, „das war der Beginn unseres Projekts“.

Die Gruppe um Ute Glock, die das Projekt betreut, sammelte das gesamte Jahr über Spenden. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, dass Glock wieder nach Bolivien reist, um das Geld vor Ort einzusetzen. Denn nur so könne man garantieren, dass die Spenden auch dorthin fließen, wo man es geplant habe. „Wir haben keine Verwaltungs- oder Werbekosten. Deshalb geht das Geld zu 100 Prozent an die Menschen der Region“, sagt sie. Auch den Flug nach Bolivien zahlt sie aus eigener Tasche.

Mit Hilfe von Ute Glock, ihrem Team und Unterstützern wurden seither in der bolivianischen Provinz medizinische Geräte gekauft, eine Entbindungsstation eingerichtet, eine kleine Schule eröffnet und ein Ernährungsprogramm geschaffen, denn vor allem Kinder leiden in der Region an Unterernährung. „Es geht nicht darum, punktuell zu verbessern, sondern langfristig ein gutes Netzwerk aufzubauen“, sagt Glock, „ohne Bildung und gute Ernährung können die Menschen dort nicht gesund bleiben.“ Deshalb hat man sich bei „Guarayos“ die Schwerpunkte Gesundheit, Bildung und Ernährung gesetzt. Dort will sie mit ihrem jetzigen Besuch ansetzen. Durch ihre langjährige Tätigkeit im öffentlichen Gesundheitsdienst des Wetteraukreises habe sie sich das Planungs-Know-How erarbeitet, das für das Projekt nötig sei.

Dass man in Bolivien bisweilen improvisieren muss, stört sie nicht. „Das wurde mir praktisch in die Wiege gelegt. Mein Vater hat sich damals eine eigene Klinik aufgebaut, das hat mich geprägt.“ In diesem Jahr stehen 15 000 Euro zur Verfügung, die auf die einzelnen Projekte verteilt werden, verrät sie.

Hauptziel sei die Erweiterung des Ernährungsprogramms. Dafür soll zunächst ein Haus eingerichtet werden, das zu einer zentralen Anlaufstelle für das Programm werden soll. „Nicht weit entfernt von unserer Entbindungsstation werden wir eine kinderärztliche Station ausrüsten, die später als Ausgangspunkt für unser Ernährungsprogramm dienen soll“, sagt Glock. Von dort aus soll später einmal auch eine rollende Ambulanz ihre Arbeit aufnehmen, die man ebenfalls im Zuge des Ernährungsprogramms aufbauen will.

Doch auch das zweite Standbein, die Bildung, erfährt weitere Zuwendung. „Die Schule muss vergrößert werden, wir brauchen Material und müssen Gehälter zahlen“, erklärt Glock. Weiterhin werden mit dem Geld mehrere direkte Patenschaften finanziert sowie Reparaturen und Schulungsmaßnahmen bei den bestehenden Projekten, wie zum Beispiel der Mütterstation, erledigt.

Im Kreis-Anzeiger wird Ute Glock in den kommenden Wochen in einem Reisetagebuch ihre Erlebnisse schildern und den Lesern die Arbeit vom „Projekt Guarayos“ und ihren Alltag in Bolivien nahe bringen. Denn die Spenden gehen nicht nur vollständig an die Menschen der Region, Ute Glock kümmert sich gemeinsam mit den Schwestern vor Ort gezielt um die Verwendung der Gelder.

Glock

Mit Hilfe von Ute Glock, ihrem Team und Unterstützern wurden in der bolivianischen Provinz medizinische Geräte gekauft, eine Entbindungsstation eingerichtet, eine kleine Schule eröffnet und ein Ernährungsprogramm geschaffen, denn vor allem Kinder leiden in der Region an Unterernährung. Foto: Kaufmann

Kreisanzeiger vom  01.12.2010

Rollende Ambulanz soll die Not in Bolivien lindern

Von Michel Kaufmann


Luis Fernandos Leben schien vorbei, bevor es richtig angefangen hatte. Vor fünf Jahren setzte seine Familie den damals zweijährigen Jungen aus der bolivianischen Provinz Guarayos aus, weil er mit verkrüppelten Füßen auf die Welt gekommen war. Die Schwestern des Franziskanerordens, die dort Missionsarbeit leisten, fanden den Kleinen und päppelten ihn auf. Ute Glock, Kinderärztin aus Büdingen und Initiatorin des Hilfsprojekts „Guarayos“, hat das Schicksal des Jungen hautnah miterlebt.

Eigentlich ist die Rettung des kleinen Luis ein Einzelfall, denn „Guarayos“ will mit den Spenden nicht punktuell helfen, sondern Grundlagen schaffen, welche die Situation der indigenen Einwohner von Guarayos auf lange Sicht verbessern. Denn die Menschen dort leben zwar inmitten einer malerisch wirkenden Kulisse, die der Dschungel bietet, aber in einfachen Hütten, oft zusammen mit ihrem Vieh, und haben kaum genug, um täglich satt zu werden.

2003 ging die Büdinger Ärztin in den Ruhestand und suchte eine neue Aufgabe. Sie lernte Schwester Letitia Palhuber kennen, die Anfang der 60er Jahre im Ort Ascensión in der bolivianischen Provinz Guarayos ein Hospital gegründet hatte. „Ich war sehr interessiert, und sie lud mich ein, das Hospital einmal zu besuchen“, erzählt Glock. Die Ärztin reiste nach Bolivien und merkte vor Ort schnell, woran es mangelte: „Es gab keine Basis für erfolgreiche Arbeit, es fehlte an einer Vernetzung der Kräfte vor Ort.“

Der Ansatz ihrer Gruppe ist, mit Spenden keine „Nadelstiche“ zu setzen, sondern langfristig und nachhaltig zu arbeiten. So begann Ute Glock, gemeinsam mit Freunden Spenden für neue medizinische Ausrüstung zu sammeln.

Die Gruppe um die Kinderärztin ist kein Verein, Spenden werden über die Franziskaner gesammelt, „Guarayos“ kann aber frei über das gesamte Geld verfügen. „Wir arbeiten eng mit dem Franziskanerorden und mit der Organisation PLAN International zusammen, stellen aber trotzdem sicher, dass wir unsere Spenden selbst verwenden können“, sagt Glock. „Unser Vorteil ist, dass wir persönlich nach Bolivien fliegen und vor Ort entscheiden, was getan werden soll.“ So kommen die Spenden zu 100 Prozent der Bevölkerung zu Gute.

Das Konzept funktioniert: Die Schwestern vor Ort machen Ute Glock auf Probleme aufmerksam. Von vielem kann sie sich bei ihren Reisen selbst ein Bild machen. Dann entscheidet die Gruppe, ob und wie man finanziell helfen kann. „Wir heben das Geld in Bolivien ab und zahlen die Dinge, die wir brauchen, in bar“, beschreibt die Ärztin die Vorgehensweise. Es komme vor, dass sie gemeinsam mit einer der Nonnen und einer Handtasche voller Geld durch Santa Cruz, die nächste größere Stadt, laufe, um für die Projekte einzukaufen.

Vor Überfällen habe sie dabei nie Angst gehabt. Die Menschen dort seien nach wie vor sehr gläubig, Nonnen hätten daher nichts zu befürchten. „Wir haben klein angefangen. Ein paar Labor- und OP-Geräte gekauft, Ausbildungskosten für das Personal übernommen“, sagt sie. Schließlich habe man im Hospital eine Geburtsklinik komplett ausstatten können und im Februar 2009 zum größten Teil ein neues Röntgengerät finanziert.

„Zuerst lag unser Augenmerk auf der medizinischen Versorgung. Man brauchte die richtigen Geräte, und das Personal musste damit umgehen können“, erklärt Ute Glock. Als die medizinische Grundversorgung in der Region zu funktionieren begann, habe man schnell gemerkt, dass die medizinische Hilfe wegen fehlender Ausbildung und Nachsorge oft vergebens sei. „Also haben wir als nächstes die Bildung in Angriff genommen“, sagt die Ärztin. So sei unter anderem 2008 eine kleine Schule ausgestattet worden, die Lehrerin werde ebenfalls von den Spenden bezahlt. Insgesamt habe die Gruppe seit 2004 rund 130 000 Euro gesammelt. Drei Schwerpunkte hat man sich für die Zukunft gesetzt: Gesundheit, Ernährung und Bildung.

Neben Schule und Klinik werden Kinder mit altersgerechter Ernährung versorgt und regelmäßig gewogen. „Nur durch Ernährungsberatungen und Investitionen in Bildung können wir Erfolge im gesundheitlichen Bereich langfristig sicherstellen“, erklärt die Ärztin. Hilfe für einzelne Kinder, wie sie der kleine Luis erhalten hat, sei aber auch möglich. „Wenn akute Gefahr besteht, sind wir flexibel genug, um helfen zu können“, sagt Glock.

Das nächste Projekt ist eine rollende Ambulanz, die auch die Menschen erreichen soll, für die der Weg zum Hospital zu weit ist. „Dazu brauchen wir natürlich zuerst ein Auto, aber auch ausgebildetes Personal.“ Im Januar will sie wieder nach Bolivien reisen.

Ein großes Problem sei, dass die Gruppe über den eigenen Bekanntenkreis hinaus nahezu kaum wahrgenommen werde. „Wir können es uns nicht leisten, viel Marketing zu betreiben. Selbst die Flüge nach Bolivien zahlen wir aus eigener Tasche, damit auch wirklich jeder Spendeneuro dorthin fließt, wo er gebraucht wird“, erklärt Ute Glock. Deshalb will die Gruppe Gelegenheiten wie den Büdinger Weihnachtsmarkt am zweiten Adventswochenende unbedingt nutzen, um Werbung zu machen und Spenden zu sammeln. Am Stand in den bolivianischen Nationalfarben kann dann neben Informationen auch allerlei Leckeres gekauft werden.

Wer am Projekt „Guarayos“ interessiert ist, kann die Damen am Weihnachtsmarkt am Samstag und Sonntag, 4. und 5. Dezember, direkt ansprechen oder die Internetseite www.project-guarayos.org besuchen.

Kreis Anzeiger vom 02.12.2008

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Beständiger Einsatz gegen Unterernährung

Benefizkonzert in evangelischer Kirche auf dem Herrnhaag zugunsten benachteiligter Kinder in Südamerika
HERRNHAAG (ia). Alpenländisch überlieferte Volksmusik aus alten Handschriften bildete die musikalische Grundlage für ein Benefizkonzert in der evangelischen Kirche Herrnhaag. Vorgetragen wurden die Weisen von der Büdinger Stubn´musi und dem Blockflötenensemble Nidderau. Maria Tedeschi las dazu passende Geschichten, unter anderem von Karl Valentin, in bayrischer Mundart. Dr. Christoph Kober nahm die Zuhörer mit Anekdoten über Heilige in Bayern auf eine prosaische Wanderung durch den November mit. So berichtete er vom Heiligen Sankt Leonhard, der in Bayern als mächtiger Viehpatron gilt oder von dem Heiligen Sankt Martin, an den alljährlich am 11. November gedacht wird. Der Erlös des Konzertes war für das Hilfsprojekt Guarayos in Bolivien bestimmt, das von Dr. Ute Glock vorgestellt wurde. In Bolivien, dem ärmsten Land Lateinamerikas, leben 60 Prozent der Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Die Provinz Guarayos ist eine Indio-Region im tropischen Tiefland Boliviens, weit ab von der Zivilisation. Die nächste Großstadt Santa Cruz ist 320 Kilometer entfernt und nur über eine einzige Straße zu erreichen, die über den Rio Grande führt. Den Kontakt zu Bolivien knüpfte Glock über die Franziskanerin Letitia Pallhuber, die ein Missionsauftrag 1957 von Österreich nach Bolivien führte. Pallhuber erkannte, dass die einheimische Bevölkerung bei fehlender Infrastruktur medizinisch nicht versorgt war.
1965 begann sie deshalb mit der Gründung einer kleinen Krankenstation bei Ascensión. Das sich daraus entwickelnde heutige Hospital versorgt ein Einzugsgebiet mit mehr als 40 000 Menschen. "Das Hospital ist vom Staat zwar anerkannt, doch die Gelder fließen nur spärlich und unregelmäßig", sagte Glock. Schwester Letitia sei auf Spenden aus Europa angewiesen. Glock beschloss deshalb 2003, deren Arbeit zu unterstützen. Nach und nach schlossen sich ihr engagierte Frauen aus Büdingen und Umgebung an, die heute die Arbeitsgemeinschaft Projekt Guarayos bilden.
Seit fünf Jahren helfen die Frauen den Osttiroler Franziskanerschwestern. "Es ist eine Hand-in-Hand Geschichte. Es steht keine Organisation dahinter", so Glock. Lediglich die Kontenführung unterliege der Missionszentrale der Franziskaner in Bonn als höchster Verwaltung des Franziskanerordens europaweit. Das Projekt Guayaros umfasse mittlerweile ein Medizin-, Schul- und Ernährungsprojekt. 2006 wurde eine Schulpartnerschaft zwischen der Grundschule Höchst und der Maria-Hueber-Schule in Ascensión gegründet. Mit dem Schulprojekt Esperanza konnten zwei Lehrer finanziert werden, die 25 Kinder unterrichten. Für eine Schulerweiterung in Ascensión wurde mittlerweile ein Grundstück erworben. 2007 konnte eine Entbindungsklinik eingeweiht werden. Fortgeführt wird die Arbeit gegen die Unterernährung der Kinder mit Unterstützung der Organisation Plan International. 35 Prozent der unter Fünfjährigen sind von Unterernährung betroffen. So wurden an bedürftige Familien Soya und Milchpulver verteilt und 15 Waagen zur Gewichtskontrolle finanziert. Hilfe zur Diagnostik und Therapie von Kindern sowie flächendeckende Gesundheits-und Ernährungsvorsorge werden weiterhin vermittelt. "Derzeit steht die Neuanschaffung einer Röntgenanlage an. Sie kostet 30 000 Dollar. Wir haben derzeit gut die Hälfte der Summe angespart", sagte Glock. Spenden sind deshalb sehr wichtig und jederzeit willkommen. In fünf Jahren konnten bisher 80 000 Euro Spendengelder verbucht werden.
Spenden können auf folgendes Konto eingezahlt werden: Thüringische Franziskanerprovinz, Bank für Orden und Mision, Bankleitzahl: 510 917 11, Kontonummer: 8000 57 17, Stichwort: Hospital Guarayos Bolivien.

Kreis Anzeiger vom 18.11.2008

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Kleine Schritte für das Lächeln der Kinder

Konzert soll Menschen in bolivianischer Provinz Guarayos helfen - Redaktionsgespräch mit Dr. Ute Glock und Nora Itzel
Björn LeoREGION. Der Junge lacht, seine Augen leuchten. Der kleine Christobal kann das Schild mit der Aufschrift "Farmacia" noch nicht lesen, ahnt nicht, dass andere in seinem Alter weniger Glück haben. Kindernahrung gibt es in den Lehmhütten der Provinz Ascensión so gut wie keine. Die Suppe, die er zu essen bekommt, hat kaum Nährwert, die Happen aus dem großen Gemeinschaftstopf tun dem Jungen nicht gut. Christobal leidet an Unterernährung. Viele Kinder schaffen es nicht. Schwester Andrea kennt solche Schicksale, streicht dem fünfeinhalb Kilo wiegenden Junge durch die Haare. "Mit dem uns zur Verfügung gestellten Geld sind wir in der Lage, gezielt zu helfen, kleine Schritte zu bewältigen." In der Region im bolivianischen Urwald leben etwa 40 000 Menschen in fünf Siedlungen. Kleine Schritte, dazu gehört für Schwester Andrea auch das Leben des Jungen. "Für ihr Glück, für das Glück der Kinder, lohnt sich die Mission", sagt sie. Und die Mission, interpretiert man die unzähligen strahlenden Gesichter, die im Film "Die Franziskanerinnen in Bolivien" von Florian Glock gezeigt werden, scheint sich tatsächlich zu lohnen. Der kleine Christobal ist nicht der einzige, der mit großen Augen in die Kamera lacht.
Szenenwechsel: Dr. Ute Glock und Nora Itzel sitzen im Besprechungszimmer des Kreis-Anzeigers beim Redaktionsgespräch, lassen sich vom nasskalten oberhessischen Schmuddelwetter die Laune nicht verderben. Die beiden Frauen trinken Kaffee, erinnern sich beim Betrachten der Bilder auf dem Faltblatt zum "Projekt Guarayos" an die Tage, an denen sie entstanden sind. Die Schule "Nueva Esperanza" etwa, die unmittelbar an den Urwald grenzt, gehört zu den Erfolgen der Franzikaner-Nonnen, die 1957 ihren Missionsauftrag in Bolivien begonnen haben.
"Einzelne Spenden mögen wie kleine Tropfen wirken. Zusammen ergeben sie beachtliche Pfützen."Dr. Ute GlockSeit fünf Jahren können die Schwestern auf die Hilfe einer Gruppe bauen, zu der neben Ute Glock und Nora Itzel auch Ilona Bittner, Astrid Eichinger, Renate Haas, Irmgard Huth und Anneliese Molz gehören. Sie leisten auf ihre Art Missionsarbeit, beinah täglich, überall in der Region.
Persönliche Gespräche, Benefizaktionen, Öffentlichkeitsarbeit oder die Teilnahme an Märkten verhelfen ihnen zu Spenden. Die werden auf direktem Weg dort eingesetzt, wo sie gebraucht werden. "Man muss sich das mal vorstellen: Mit 25 Euro kann ein Kind in Ascensión ein Jahr lang zur Schule gehen. Mit 20 000 Euro, die wir das Jahr über zusammen bekommen, ändern wir eine ganze Welt." Ute Glock spricht mit dem gleichen Herzblut, wie ihre Mitstreiterin Nora Itzel. Itzels Kontakte zum Büdinger Tierarzt Dr. Christoph Kober waren es auch, die ein Benefizkonzert ermöglicht haben, das am 28. November auf dem Herrnhaag stattfinden wird. Bei einem Gottesdienst im Juli in der Jugendherberge habe sich Kober nach dem Hilfsprojekt erkundigt, spontan die Idee eines Konzerts geäußert. "Ohne solche Menschen geht es natürlich nicht", weiß Itzel und sagt: "Sie sind Engel, ihnen sind wir zu großem Dank verpflichtet."
In Ascensión sind die Nonnen des Franziskaner-Ordens für die Unterstützung dankbar. 2005, als Florian Glock, Sohn der Büdinger Kinderärztin, den Film drehte, hatte die Arbeitsgruppe "Hospital Guarayos" ihre Tätigkeit gerade erst aufgenommen. Damals wurde die Entbindungsklinik gebaut, auf Grund von Spenden wurden unter anderem ein Inkubator (Brutkasten) und ein Sauerstoffgerät angeschafft. Zwei Jahre später, als eine Wetterauer Gruppe zum vierten Mal die Reise in den bolivianischen Urwald antrat, wurde die Entbindungsklinik eröffnet.
"Sie sind Engel, ihnen sind wir zu großem Dank verpflichtet."Nora ItzelInzwischen hat das Schulprojekt "Nueva Esperanza" seine Arbeit aufgenommen. Weil die Region Ascensión immer mehr Zuwanderungen aus dem Hochland zu verzeichnen hat, wächst die Zahl der Kinder rapide. Schwester Andrea hat bereits acht Schulen gegründet. Mit Spenden werden Grundstücke gekauft, auf denen einfache Lehmhütten zu Schulen umgewandelt werden. Lehrer können bezahlt, Schulmaterial gekauft werden. "Einzelne Spenden mögen wie kleine Tropfen wirken. Zusammen ergeben sie beachtliche Pfützen", unterstreicht Ute Glock den Sinn und Zweck einer Spende mit Nachdruck.
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Das Konzert der "Büdinger Stubenmusi" unter dem Motto "Alpenländische Klänge" findet am Freitag, 28. November, in der evangelischen Kirche auf dem Herrnhaag statt. Beginn ist um 19 Uhr. Jutta Claar spielt Hackbrett und Blockflöte, Doris Hackl-Weber spielt Harfe und Blockflöte, Christoph Kober spielt Zither und Marga Rauscher spielt Gitarre. Die Gruppe bietet alpenländische Klänge aus Bayern und Österreich. Das Programm wird ergänzt vom Blockflöten-Ensemble "Flautando" aus Nidderau. Maria Tedeschi und Christoph Kober rezitieren Texte zu herbstlichen Bräuchen. Der Erlös des Konzerts ist für die Missionsstation "Hospital Gurayos" bestimmt.
www.project-guarayos.org

Kreis Anzeiger vom 25.07.2008

Globaler Dialog mit Achtung und Offenheit

Missionsschwestern zu Besuch bei Dr. Ute Glock und ihrem Team vom "Projekt Guarayos" - Arbeit in Bolivien
Elfriede MareschBÜDINGEN. Fachkräfte und engagierte Ehrenamtliche mit Dritte-Welt-Erfahrung sind sich einig: Hilfe ist kaum wirksam, wenn sich kein Dialog in einer Atmosphäre gegenseitiger Achtung und Offenheit herstellt. Ein solcher Dialog ist anspruchsvoll, ein schrittweises Sich-kennenlernen, ein Verständnis für die Lebensbedingungen in einem anderen Land gehören dazu. Und im besten Fall entsteht daraus eine Freundschaft über Kontinente und Kulturen hinweg - Beweis dafür, dass wir tatsächlich alle Bewohner eines "Globalen Dorfes" sind. Ein solches freundschaftliches Beisammensein gibt es derzeit in Büdingen. Die Kinderärztin Dr. Ute Glock und die von ihr initiierte Gruppe "Projekt Guarayos" haben gerade zwei Gäste. Die österreichischen Missionsschwestern Letitia Pallhuber und Myriam Holaus sind für einige Tage ihres Heimaturlaubes nach Oberhessen gekommen und wohnen bei der Ärztin.
Es ist ein Treffen mit intensiven Gesprächen. Nur Ute Glock war schon mehrfach in Bolivien und kennt das Krankenhaus, das die Tiroler Franziskanerinnen aufgebaut haben, aus eigener Anschauung. Die Projektgruppe, deren harter Kern aus Ilona Bittner (Büdingen), Astrid Eichinger (Altenstadt), Renate Haas (Altenstadt), Irmgard Huth (Büdingen), Nora Itzel (Büdingen), Antoinette Henrich (Heegheim) und Anneliese Molz (Düdelsheim) besteht, konnte sich durch Fotos, durch den Film, den Ute Glocks Sohn Florian drehte, wie auch durch Erzählungen einen Eindruck verschaffen. Für die Frauen, die sich so vielfältig um Mittel für das bolivianische Krankenhaus bemüht hatten, die Stände bei der Landpartie, bei Straßenfesten, auf Weihnachtsmärkten organisierten, war es ein Erlebnis, zwei der Schwestern persönlich kennen zu lernen. Es war der Lohn für die Mühe der Oberhessinnen, von der Wichtigkeit des Krankenhauses zu erfahren - der einzigen medizinischen Versorgung in Ascension in der ländlichen Provinz Guarayos, 300 Kilometer von Santa Cruz entfernt.
Man könnte den beiden Schwestern stundenlang zuhören. Zwei Frauen, zwei Persönlichkeiten, zwei Temperamente: Die 68-jährige Schwester Myriam leitet die Kinderabteilung des Krankenhauses. Sie ist die bedächtigere der beiden, muss ein wenig mit Fragen gelockt werden, ehe sie von ihren Aufgaben erzählt. Man spürt aber, wie die Arbeit ihr Leben ausfüllt: Sie berichtet von gesund geborenen Kindern, die dann als Zwei- oder Dreijährige in elendem Zustand in die Klinik kommen - wenn sie nicht eher zufällig in abgelegenen Dörfern gefunden werden und die Familien erst mit sanftem Druck zur Aufnahme ins Krankenhaus überredet werden müssen. Gleichgültigkeit der Eltern? Sicher nicht, aber Resignation, Armut, Fatalismus. Selbstverständlich können dann die Mütter oder andere Familienmitglieder das Kind begleiten und im Hospital bei ihm bleiben. Schwester Myriam hat sehr kranke kleine Patienten: mit Hautinfektionen oder solchen des Magen-Darm-Traktes samt dramatischen Durchfällen und Austrocknung. Oft kommen Kinder mit Verbrennungen, Infektionskrankheiten, darunter auch Tuberkulose, vor allem aber mit Gedeihstörungen, die lebensgefährliche Formen annehmen können.
Die ältere Schwester Letitia ist die "Gesundheitspionierin" von Ascension. Hoch in den Achtzigern, hat sie doch etwas Mädchenhaftes, etwas Liebevoll-Verschmitzes, wenn sie aus Bolivien erzählt. Es hat sich viel geändert, seitdem sie vor fast 50 Jahren von ihrem Mutterhaus in Osttirol nach Ascension geschickt wurde. Ein paar 100 Guarayos-Indianer wohnten in der Siedlung, die inzwischen auf 21 000 Einwohner angewachsen ist. Es gab keine Straßen, zweimal in der Woche kam bei gutem Wetter ein Versorgungsflugzeug vorbei. Für den Pfarrer und die Missionsschwestern gab es einen Jeep. Wenn sie auf die anderen Seite des kilometerbreiten Rio Grande mussten, fuhr man den Geländewagen auf ein Floss und setzte über. Allenfalls Erste Hilfe konnte in einem Raum des Pfarrhauses geleistet werden, es gab weder einen Arzt noch eine eingerichtete medizinische Ambulanz. "Oft sind gesunde, junge Frauen am Wundstarrkrampf gestorben, wenn mit einer Sichel oder einem unsauberen Messe abgenabelt wurde", erzählt Schwester Letitia. Mit Zähigkeit und Courage gingen die Nonnen diesen Notstand an. Schwester Letitia ließ sich in Innsbruck zur Krankenschwester ausbilden und baute eine Ambulanz auf, aus der nach und nach das Krankenhaus mit seinen Fachabteilungen entstand. Dass die Kindersterblichkeit in Ascension deutlich gesunken ist, ist die schönste Belohnung für die Schwestern.
Chonta-Ringe, Zeichen der Freundschaft, aus Palmfrüchten geflochten, hatten sie ihrem oberhessischen Freundeskreis mitgebracht: "Ohne Euch hätten wir vieles in unserem Krankenhaus nicht einrichten können!" Und auch Ute Glock hatte ihrer Gruppe zu danken: "Ich bin von der Leistung der Schwestern fasziniert. Aber ohne Euch hätte ich nicht so viel Hilfe leisten können  - ihr habt mich seelisch und tatkräftig unterstützt."
www.project-guarayos.org

Kreis Anzeiger vom 24.05.2008

Besondere Schulstunde für bolivianische Kinder - Aktion "Schule macht Schule" für das Projekt Guarayos


BÜDINGEN (em). Man kann Gutes tun und zugleich viel Spaß dabei haben. Unter dem Motto "Schule macht Schule" laden die Büdinger Kinderärztin Dr. Ute Glock und die Lehrerin Rotraud Morell zu einer Benefiz-Veranstaltung für das Projekt Guarayos ein.
Die Kinderärztin hat die Verbindung zu einer ländlichen Region Boliviens geknüpft und mit dort arbeitenden Nonnen eine Gesundheits- und Bildungsinitiative gestartet. Eine Verbindung über Kontinente hinweg: Die Neugründung einer Schule für benachteiligte Kinder soll dort durch eine ganz besondere Schulstunde hierzulande unterstützt werden. Am kommenden Donnerstag, 29. Mai, sind alle Interessierten vor das Steinerne Haus in der Büdinger Altstadt eingeladen. Beginn ist um 19 Uhr. Sie sollten Schreibzeug mitbringen, können aber ganz ohne Schulangst kommen. Es gibt weder Strafarbeiten noch Einträge ins Klassenbuch, wohl aber eine heitere und informative Heimatkundestunde auf echten Schulbänken unter der Leitung der erfahrenen Lehrerin Rotraud Morell. Dabei ist auch vieles aus der Stadtgeschichte einschließlich der Sagen um den Schweinskopf zu erfahren. Anschließend sitzt man noch im Wintergarten der Gaststätte "Bleffe" zusammen. Die Spenden dieser Veranstaltung kommen der Schule im bolivianischen Ascunsión zugute.


Kreis Anzeiger vom 15.05.2008

Anders denken und helfen zahlt sich aus - Dr. Ute Glock und ihre Hilfsgruppe "Projekt Guarayos" engagieren sich für Region in Bolivien - Stand am Altstadtfest

In Büdingen und seinem Umland gibt es Frauen, die ganz anders denken. Und der Erfolg gibt ihnen Recht. Im September 2003 lernte Dr. Ute Glock, Kinderärztin und aktive Ruheständlerin, die Franziskanerin Letitia Pallhuber kennen. Seit 1957 als Missionsschwester in Bolivien tätig, baute sie seit 1965 eine Krankenstation auf, aus der sich ein Hospital entwickelte. Eine Notwendigkeit: das kleine Krankenhaus in Ascensión stellt praktisch die einzige medizinische Versorgungsmöglichkeit für 15 000 Menschen dar. Die Ärztin war tief beeindruckt von der tatkräftigen älteren Frau, besuchte 2004 das bolivianische Krankenhaus und beschloss, es zu unterstützen. Frauen aus ihrem Freundeskreis kamen dazu, eine Engagierte zog die andere nach: Nora Itzel (Büdingen), Ilona Bittner (Büdingen), Astrid Eichinger (Altenstadt), Renate Haas (Altenstadt), Irmgard Huth (Büdingen), Antoinette Henrich (Heegheim) und Anneliese Molz (Düdelsheim). So entwickelte sich die Arbeitsgruppe "Projekt Guarayos".
Spendensummen können in Bolivien viel bewirken. Das zeichnet sich tatsächlich in der Liste der Projekte für dieses Jahr ab, die bereits finanziert werden konnten. Mit der Einrichtung des Geburtshilfepavillons 2007 ist die Ausstattung des Hospitals im Wesentlichen abgeschossen. Derzeit muss die Ausbildung einer jungen Frau zur Laborantin finanziert werden.
Dagegen gibt es beim erfolgreich angelaufenen Ernährungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation PLAN international noch viel Unterstützung zu leisten.
Die Gruppe "Projekt Guarayos" freut sich, dass diese Hilfe in die Region passt: "Die Voluntarias können wirklich auf einer Vertrauensbasis mit den Familien arbeiten." Ältere Frauen fahren bis in abgelegene Weiler, besuchen junge Mütter, ihre Babys und Kleinkinder, beraten sie hinsichtlich Alternativen zur traditionellen, einseitig kohlehydratreichen, eiweiß- und vitaminarmen Säuglingsernährung. So wurde als eine hochwertige Ernährungsmöglichkeit Sojamehl angeschafft. Als Aufwandsentschädigung bekommen die Voluntarias aus den oberhessischen Spenden Lebensmittel, Fahrräder und Handys zur Verbesserung der Kommunikation, eine wurde zur Hilfsschwester ausgebildet. In der Klinik wurde ein Mutter-Kind-Zimmer eingerichtet, wenn die Kleinen doch stationär aufgenommen werden müssen. Therapiekosten für nicht versicherte Kinder werden übernommen und auch die Fahrtkosten in spezialisierte Klinken, etwa in Santa Cruz.
Bildung ist ebenso ein Menschenrecht wie Gesundheitsversorgung. Eine Nonne hatte eine kleine Stadtteilschule "Nueva Esperanza" für Kinder gegründet, deren Eltern das Schulgeld nicht bezahlen können, deren Schulweg zu weit ist und die wegen einer Lernschwäche bisher überhaupt nicht beschult wurden. Jugendliche, die nach Schulabschluss noch keine Arbeit gefunden haben, werden im Konditorhandwerk, am PC und in der Holzwerkstatt ausgebildet. Bezahlt werden die Gehälter von zwei Lehrerinnen, Lernmaterialien sowie der Ankauf eines Erweiterungsgrundstückes.
In die Zukunft weist auch die Gründung und Begleitung einer Frauengruppe in der noch stärker abgelegenen, völlig strukturschwachen Region Yagarú. Eine Handarbeitskraft unterstützt die Frauen, Stoffe, Garne wurden angeschafft, ein kleines Zentrum für kunsthandwerkliche textile Produkte soll entstehen. Und selbst für Einzelfallhilfen - eine Ledernähmaschine für einen querschnittsgelähmten Schuster, Schulmaterialien für 14 besonders bedürftige Kinder - war noch Geld übrig.
Planen, organisieren, verkaufen, nasskalte Tage an Weihnachtsmarktständen - die Frauen der Arbeitsgruppe "Guarayos" haben viel Engagement aufbringen müssen. Beim Altstadtfest am 17. und 18. Mai ist die Gruppe mit einem Stand am Schlossplatz vertreten. Am Donnerstag, 29. Mai (19.30 Uhr), gibt es eine Abendveranstaltung "Schule macht Schule" mit Rotraud Morell im Steinernen Haus zugunsten der jungen Schule "Nueva Esperanza" und das Beisammensein klingt dann im Wintergarten der Gaststätte "Bleffe" aus.

Kreis Anzeiger vom 03.11.2007


Die Kinderärztin Dr. Ute Glock gehört der Arbeitsgruppe "Hospital Guarayos" an. Bei der Gruppe handelt es sich um Frauen aus der Region, die ein Krankenhaus in einer ländlichen Provinz Boliviens unterstützen. Ihr Hilfsprojekt stellt praktisch die einzige medizinische Versorgungsmöglichkeit für 15 000 Menschen dar. Eine Tiroler Franziskanerin, Schwester Letitia Pallhuber, kam 1957 als Missionsschwester nach Guarayos, erkannte die katastrophale medizinische Unterversorgung der Indio-Bevölkerung, ließ sich zur Krankenschwester ausbilden und begann 1965 eine kleine Krankenstation im Urwaldgebiet in der Nähe von Ascensión aufzubauen. Im September 2003 lernten sich die Nonne und Dr. Ute Glock persönlich kennen. Die Ärztin war beeindruckt von der tatkräftigen Frau, besuchte 2004 das bolivianische Krankenhaus und beschloss, dieses überzeugende Projekt zu unterstützen. Auch Ute Glock verfügt über beträchtliche Energie und konnte andere Hilfsbereite motivieren: Ilona Bittner (Büdingen), Astrid Eichinger (Altenstadt), Renate Haas (Altenstadt), Irmgard Huth (Büdingen), Nora Itzel (Büdingen) und Anneliese Molz (Düdelsheim) bilden mit der Kinderärztin zusammen den harten Kern der Arbeitsgruppe Guarayos. Für die Präsenz bei Veranstaltungen gibt es einen größeren Helferkreis. Auf ihrer zweiten Bolivien-Reise ließ sich Ute Glock von ihrem Sohn Florian, einem Medienfachmann, begleiten, und der Film "Die Franziskanerinnen in Bolivien" entstand. Inzwischen sind dank der Spender und der Arbeitsgruppe dem Hospital Guarayos 40 000 Euro zugeflossen. Inkubatoren, Pulsoxymeter, Sauerstoff-, OP- und Laborgeräte konnten davon ebenso angeschafft werden wie die Inneneinrichtung des neuen Geburtshilfe-Pavillons, bei dem Ute Glock mitplante. (em)




 
Kreis Anzeiger vom 03.11.2007


Behandlung ist wichtig, Vorbeugung besser - Seit einigen Jahren engagiert sich die Arbeitsgruppe "Hospital Guarayos" für ein Krankenhaus in Bolivien

Frau Dr. Glock, dank Ihnen und Ihren Mitstreiterinnen sind innerhalb der vergangenen drei Jahre 40 000 Euro in das Hospital geflossen. Inkubatoren, OP- und Laborgeräte konnten mit diesen Mitteln ebenso angeschafft werden wie die Inneneinrichtung des neuen Geburtshilfe-Pavillons. Damit hat die Gruppe Vorbildliches geleistet und könnte sich eigentlich zur Ruhe setzen, oder?Ute Glock: Auf gar keinen Fall! Zwar freuen wir uns mit den Franziskanerinnen und dem Hospital-Team über den Ausbau und möchten unseren Spendern danken. Das Haus stellt die einzige medizinische Behandlungsmöglichkeit für eine abgelegene Landregion mit 15 000 zum Teil sehr armen indigenen Einwohnern dar. Gerade den Kindern geht es immer noch viel schlechter als bei uns in Deutschland. 22 Prozent der Babys sterben vor, während oder nach der Geburt, bei Kleinkindern enden Bronchitis, Lungenentzündung oder Durchfälle oft tödlich. 60 Prozent aller Todesfälle der unter Fünfjährigen beruhen im Wesentlichen auf einem schlechten Ernährungszustand, fast 35 Prozent aller Kleinkinder dieser Region leiden an Unter- oder Fehlernährung.
In Ihrem Film "Die Franziskanerinnen von Guarayos" wirkt die Landschaft grün und fruchtbar - offensichtlich kein Hungergebiet durch Versteppung oder Naturkatastrophen. Wie kommt es zur Unterernährung der Kleinkinder?Ute Glock: Teils durch eine schlecht ausgebaute landwirtschaftliche Infrastruktur, durch ungenügende Vorratshaltung in den Trockenzeiten, teils aber auch durch falsche Tradition. Die Kleinkinder bekommen zu wenig frisches Obst und Gemüse, vor allem aber zu wenig Eiweiß. Maisbrühen und -brei gelten als optimale Kleinkindernahrung. Ich habe selten so viele schwache, in ihrer Entwicklung zurückgebliebene Kleinkinder mit greisenhaften Gesichtern gesehen wie in den Dörfern um den Kernort Ascensión.
Sehen Sie eine Chance, gegen so schädliche Traditionen anzugehen, die Familien in den einsam liegenden Weilern überhaupt zu erreichen?Ute Glock: Mehr als das - wir haben schon die ersten Schritte in die richtige Richtung gemacht. Ganz sicher müssen kranke Kinder behandelt werden, aber viel wichtiger ist es, die Entstehung von Krankheiten zu verhüten. Behandlung ist wichtig, Vorbeugung ist besser. Das Hospital Guarayos konnte sich mit der Hilfsorganisation PLAN International vernetzen. Nach einem von der Weltgesundheitsorganisation WHO entwickelten Programm werden Gesundheitshelferinnen ausgebildet.
Wer sind diese ausgebildeten Gesundheitshelferinnen und wie sehen ihre Aufgaben ganz konkret aus?Ute Glock: Bereits 45 ältere Frauen konnten für dieses Ehrenamt gewonnen werden und treffen sich laufend zum fachlich begleiteten Austausch. Sie machen einmal monatlich Hausbesuche zum Auffinden unterernährter oder kranker Kinder und beraten die Mütter, was die Zusammensetzung der Ernährung wie auch die Hygiene bei der Zubereitung angeht. Sie achten aber auch darauf, ob die Kinder Krankheitssymptome zeigen, wegen Husten, Durchfällen, Erbrechen oder Malaria behandelt werden müssen. Dann werden sie ambulant oder stationär an die Klinik vermittelt. Ebenso beraten sie die Mütter hinsichtlich Unfallverhütung, achten darauf, ob Kinder Misshandlungszeichen aufweisen, beobachten die Entwicklung der Kleinen, beraten die Frauen hinsichtlich Schwangerschaftskomplikationen und Familienplanung. Unterernährte Kinder werden einmal pro Woche besucht, für jedes dieser Kinder wird eine Karteikarte angelegt, die auch dem Kinderarzt zugänglich ist.
Ein anspruchsvolles Programm, dessen Effizienz von der Begleitung und Motivation der Ehrenamtlichen abhängt. Können denn Spenden aus Oberhessen etwas dazu beitragen?Ute Glock: Auf jeden Fall! Wir haben bereits 15 Waagen für die Kinder angeschafft, die mit in die Ortsteile genommen werden. Dann möchten wir den Ehrenamtlichen pro Quartal eine Anerkennungsprämie in Form von drei Litern Öl und drei Kilogramm Zucker geben, einmal im Jahr auch eine Sonderprämie. Ganz wichtig ist uns die Finanzierung von Diagnostik und Therapie von Kindern, die nicht krankenversichert sind.
Wann kann man sich wieder direkt bei der Gruppe über den Projektverlauf informieren?Ute Glock: Wir sind auf dem Büdinger Weihnachtsmarkt wieder mit einem Stand vertreten. Dankbar sind wir aber jetzt schon für Spenden (Thüringische Franziskanerprovinz, Kontonummer 80005717 bei der Bank für Orden und Mission, Bankleitzahl 51091711, Stichwort Hospital Guarayos Bolivien).




 
Kreis Anzeiger vom 21.09.2007


Wie man Spaß haben und gleichzeitig helfen kann - Bei einem Kinderfest zum 100. Geburtstag von Astrid Lindgren sammelte Dr. Ute Glock Spenden für ihr Krankenhaus-Projekt

BÜDINGEN (ten). Für Viele überraschend, da nicht Teil des offiziellen Programms, bereicherte ein Kinderfest im Hof der Hellerschen Druckerei den Tag des offenen Denkmals. Ina Schneider hatte gemeinsam mit Stephanie Reitz und Katrin Knaf vom Fotowerk verschiedene Spiele für Kinder und ihre Eltern zum 100. Geburtstag der schwedischen Kinderbuchautorin ausgerichtet. Beim Büchsenwerfen, Sackhüpfen und Topfschlagen gab es kleine Preise zu gewinnen. Buchpreise werden bei einem Preisausschreiben, das noch bis zur Buchmesse läuft, verlost. Die Organisatorinnen wurden von den Schülern des Peru-Projekts des Wolfgang-Ernst-Gymnasiums tatkräftig unterstützt. Diese waren nicht nur für das leibliche Wohl mit vielen leckeren Kuchen, sondern auch für die Hilfestellung bei den Spielen zuständig. So hatten viele Kinder während des Nachmittags ihren Spaß. Dabei machten vor allem Wettkämpfe gegen die Eltern besondere Freude. Die Einnahmen des Fests werden zwischen dem Peru- und dem Bolivien-Projekt von Dr. Ute Glock aufgeteilt und leisten einen weiteren kleinen Beitrag zur Verbesserung der medizinischen Situation im bolivianischen Urwald.
Dr. Ute Glock hatte Ende 2002 mit dem Beginn des Ruhestands nach einer neuen Aufgabe gesucht. Als sie von Schwester Laetitia Pallhuber erfuhr, die weitgehend ohne fremde Hilfe im Urwald ein Krankenhaus gegründet hatte, beschloss sie diese engagierte Frau zu unterstützen. Seit dem ersten persönlichen Kontakt mit Schwester Laetitia im September 2003 hat sie gemeinsam mit sechs Helferinnen Spenden zum Ausbau des Krankenhauses gesammelt. Ein Höhepunkt war dabei der Aufbau einer Geburtsklinik 2006.
Glock betont den engen persönlichen Kontakt zu dem Projekt. "Das Geld, das heute hier eingenommen wird, bringe ich im Januar persönlich nach Bolivien", betonte die Ärztin im Ruhestand. Dadurch sei eine hundertprozentig sinnvolle Verwendung der Mittel gesichert. Aber auch die Mitsprache der bolivianischen Seite beim Einsatz der Spenden ist gesichert. So berichtet Glock von anderen Aktionen, wo wohlmeinende Spender ausgedientes europäisches Gerät in Entwicklungsländer brachten. Der Nutzen war gering, da die Einheimischen mit Wartung und Instandhaltung des fremden Materials auch finanziell überfordert war. Deshalb kauft Glock mit dem Geld südamerikanische Produkte ein. Das ist nicht nur preiswerter, sondern stützt auch die örtliche Infrastruktur.
Bei der Verwaltung der Mittel wird die kleine private Hilfsorganisation vom Franziskanerorden unterstützt, so spart man sich den Aufwand einer Vereinsgründung. Aktuell unterstützt die Arbeitsgruppe um Dr. Glock ein Ernährungsprojekt, um Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Dafür erhofft sie sich weitere Spenden aus dem Lindgren-Preisrätsel, an dem man noch bis zum 13. Oktober in der Hellerschen Buchhandlung teilnehmen kann. Auch hier werden die Einnahmen wieder zwischen Peru- und Bolivien-Projekt geteilt. Spenden für das Bolivien-Projekt können auch direkt an die Thüringische Franziskanerprovinz bei der Bank für Orden und Mission, BLZ 51091711, unter der Kontonummer 80005717 und dem Stichwort Hospital Guarayos Bolivien eingezahlt werden.





 
Kreis Anzeiger vom 11.09.2007



Helfende Hände für Kinder in Bolivien - Initiative "Hospital Guarayos" der Kinderärztin Dr. Ute Glock stellt bei der Landpartie neues Projekt gegen Fehlernährung vor

BÜDINGEN (em). Bei der Büdinger Landpartie wird wieder die Arbeitsgruppe "Hospital Guarayos" mit der Kinderärztin Dr. Ute Glock über ihr Hilfsprojekt informieren. Frauen aus Büdingen und der Region unterstützen ein Krankenhaus in einer ländlichen Provinz Boliviens, das praktisch die einzige medizinische Versorgungsmöglichkeit für 15 000 Menschen darstellt (der KA berichtete).
Eine Tiroler Franziskanerin, Schwester Letitia Pallhuber, kam 1957 als Missionsschwester nach Guarayos, erkannte die katastrophale medizinische Unterversorgung der Indio-Bevölkerung, ließ sich zur Krankenschwester ausbilden und begann 1965 eine kleine Krankenstation im Urwaldgebiet in der Nähe von Ascensión aufzubauen. Im September 2003 lernten sich die Nonne, hier auf Heimaturlaub, und Dr. Ute Glock persönlich kennen. Die Ärztin war tief beeindruckt von der tatkräftigen Frau, besuchte 2004 das bolivianische Krankenhaus und beschloss, dieses überzeugende Projekt zu unterstützen. Auch Ute Glock verfügt über beträchtliche Energie und konnte andere Hilfsbereite motivieren: Ilona Bittner (Büdingen), Astrid Eichinger (Altenstadt), Renate Haas (Altenstadt), Irmgard Huth (Büdingen), Nora Itzel (Büdingen) und Anneliese Molz (Düdelsheim) bilden mit der Kinderärztin zusammen den harten Kern der Arbeitsgruppe Guarayos. Für die Präsenz bei Veranstaltungen gibt es einen größeren Helferkreis.
Auf ihrer zweiten Bolivien-Reise ließ sich Ute Glock von ihrem Sohn Florian, einem Medienfachmann, begleiten, und der Film "Die Franziskanerinnen in Bolivien" entstand. Schon etliche Kirchengemeinden und Landfrauenvereine der Region haben diesen Film genutzt, um sich ein Bild von dem Projekt und der Lebenswirklichkeit in Südamerika zu verschaffen.
Inzwischen sind dank der Spender und der Arbeitsgruppe dem Hospital Guarayos 40 000 Euro zugeflossen. Inkubatoren, Pulsoxymeter, Sauerstoff-, OP- und Laborgeräte konnten davon ebenso angeschafft werden wie die Inneneinrichtung des neu geschaffenen Geburtshilfe-Pavillons, bei dem Ute Glock mitplante. Die Kinderärztin meint: "Ein Großteil der apparativen Anschaffungen ist damit abgeschlossen, der Rahmen geschaffen, dass die Babys gesund zur Welt kommen."
Aber noch leiden fast 35 Prozent der Kleinkinder in dieser Urwaldregion an Fehl- und Unterernährung. Eine schwere Hypothek für ihre Zukunft: Ein Kind, das aus Schwäche nicht laufen, seine Umgebung nicht mit allen Sinnen erkunden kann, verpasst Entwicklungen, die später kaum mehr nachzuholen sind. So hat Ute Glock schon ein nächstes Ziel im Auge. Sie lernte die Ökotrophologie- Studentin Birgit Kubelka kennen, die sich vier Monate dort aufhielt und ihre Diplomarbeit über die Ernährungssituation der Kinder in Ascensión schrieb. Darin wurden die Folgen der Unterernährung wissenschaftlich präzise nachgewiesen, gangbare Lösungswege aufgezeigt. Es gelang, die Hilfsorganisation PLAN International als Partner zu gewinnen.
Bei Ute Glocks viertem Ascensión-Aufenthalt im März 2007 wurde das Ernährungsprojekt "Manos amigas contra la desnutricion", zu deutsch etwa "Helfende Hände gegen die Unterernährung", begonnen, das nachhaltig und niedrigschwellig die Ernährung der Kleinkinder verbessern will. Ältere Frauen werden als Ehrenamtliche zu Gesundheitshelferinnen ausgebildet, besuchen Familien selbst in den entlegensten Siedlungen, wiegen die Kleinkinder und beraten die jungen Mütter hinsichtlich gesunder Kinderernährung. Oft werden die Kinder aus irriger Tradition mit Maisbrühe und kohlehydratreichem Brei fehlernährt - auch armen Familien kann vermittelt werden, dass die Kinder bei Obst, Gemüse, Ziegenmilch als Hauptnahrungsmittel besser gedeihen. Ute Glock: "Wir wollen nicht nur Krankheiten vorbeugen, sondern Hindernisse für die Entwicklung von Intelligenz und Lernfähigkeit aus dem Weg räumen. Die Indio-Kinder von Guarayos sollen Zukunftschancen haben!" Die Ausbildung der Ehrenamtlichen, ihre Ausstattung mit Waagen usw. kostet Geld. So hoffen Ute Glock und die aktiven Frauen der Arbeitsgruppe Guarayos auf viele Unterstützer für ihr neues Projekt. Von 13. bis 16. September sind sie auf der Landpartie am Stand der Büdinger Touristik mit Infomaterial vertreten.





 
Kreis Anzeiger vom 08.09.2007


"Pippi in Bullerbü" und ein Blick in andere Lebenswelten - Kinderfest mit Informationen über Projekte in Peru und Bolivien

BÜDINGEN (em). Vor 100 Jahren wurde Astrid Lindgren geboren. Von Michel aus Lönneberga bis Ronja Räubertochter sind ihr so viele schöne Kinderbücher zu verdanken - ein Grund für Ina Schneider und ihr Team von der Hellerschen Buchhandlung, am morgigen Sonntag, 9. September, interessierte Kinder und Eltern von 11 bis 17 Uhr zum Spielen in den Gartenhof hinter der Buchhandlung einzuladen. "Pippi in Bullerbü" ist das Motto. Es wird vorgelesen und erzählt, die Kinder kommen aber auch in Bewegung. Topfschlagen, Dreibein, Hickelkästchen, Eierlauf - hier gibt es Spiele, die Generationen von Kindern begeistert spielten und die in den vergangenen Jahren ein wenig in Vergessenheit geraten sind. Junge Helfer sind bei den Spielen dabei, Jugendliche aus dem Peru-Projekt des Wolfgang-Ernst-Gymnasiums. Seit mehr als zehn Jahren unterstützt man von Büdingen aus ein Schulprojekt in Peru. Dank der Büdinger Spender konnte die Schule auch Hort und Ausbildungswerkstätten angliedern. Die WEG-Schüler werden den Kindern von der Schule in Peru erzählen, sie auf eine Gedankenreise in eine ganz andere Lebenswelt von Kindern mitnehmen.
Eine solche andere Lebenswelt haben auch die Jungen und Mädchen in Bolivien in der Region Guarayos, von denen Dr. Ute Glock und die Damen ihrer Arbeitsgruppe berichten werden. Mit 40 000 Euro aus Büdingen, in den vergangenen vier Jahren zusammengebracht, konnte die Innenausstattung des Entbindungspavillons angeschafft und der Grundstock des Hospitals mit medizinischen Geräten verbessert werden. Nun unterstützt man ein Präventionsprojekt gegen Fehlernährung von Kleinkindern. Die Gruppe trägt mit Kaffee und Kuchen an diesem Tag zur Bewirtung bei.



 
Kreis Anzeiger vom 01.12.2006


Erst Spenden ermöglichen die medizinische Versorgung - Ute Glock referierte bei der FU über ihr Hilfsprojekt in Bolivien

BÜDINGEN (ia). "Vor drei, vier Jahren hatte ich eine Rentnerkrise und erzählte Professor Dr. Horst Stiller, meinem ersten Chef nach dem Staatsexamen im Stadtkrankenhaus Hanau, davon. Er riet mir, Schwester Letitia im Hospital Guarayos im bolivianischen Urwald zu unterstützen", berichtete Dr. med. Ute Glock den Mitgliedern der Büdinger Frauen-Union (FU) im Hotel "Sonnenberg". Nach einem ersten telefonischen Kontakt sei sie später nach Bolivien geflogen. Sie habe sich zunächst ein Ziel für ein Jahr gesetzt und dies weiter ausgebaut.
Über die Klinik und das Leben im Urwald konnte sie nun interessante Dinge berichten. Die Geschichte des Hospitals ist eng mit Schwester Letitia verknüpft. Es war ein Missionsauftrag, der die Franziskanerin Letitia Pallhuber 1957 von Österreich in den bolivianischen Urwald führte. Es stellte sich bald heraus, dass bei völlig fehlender Infrastruktur die einheimische Bevölkerung medizinisch nicht versorgt war. Um wirkungsvoll helfen zu können, begann Schwester Letitia, inzwischen zur Krankenschwester ausgebildet, 1965 mit der Gründung einer kleinen Krankenstation im Urwald bei Ascensión-Guarayos. Wie Glock berichtete, ist es ihr gelungen, mit beispiellosem persönlichem Einsatz ein Krankenhaus mit heute 70 Betten aufzubauen, welches Abteilungen für Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie/Geburtshilfe sowie Orthopädie bereithält. Als Beitrag zur Senkung der immer noch zu hohen Kindersterblichkeit ist inzwischen eine Kinderstation mit zirka 20 Betten errichtet worden. Dort können auch gefährdete Früh- und Neugeborene intensiv-medizinisch behandelt werden, die sonst nicht überleben würden. Mit Hilfe privater Spenden ist der Bau einer eigenständigen Geburtsstation begonnen worden. "Insgesamt werden 18 000 Einwohner aus Ascensión und den umliegenden Indiosiedlungen medizinisch versorgt", sagte Glock. Da es kein soziales medizinisches Versicherungssystem gibt, könnten diese Menschen ihre Behandlung nicht bezahlen. Deshalb sind sie auf finanzielle Spenden aus Europa angewiesen.
Während sich Schwester Letitia um den Erhalt des Krankenhauses kümmert, ist Schwester Verena Riepler mit den Verwaltungsaufgaben betraut. Nur Dank der privaten Spenden ist es möglich, den Krankenhausbetrieb aufrecht zu erhalten. Wie Glock sagte, habe man mit Hilfe von Spenden medizinische Apparaturen wie einen Inkubator und ein Sauerstoffbeatmungsgerät anschaffen können. Ein Ambulanzwagen im Wert von 48 000 Dollar sei dem Krankenhaus geschenkt worden. Viele medizinische Geräte würden noch benötigt, etwa ein Mikroskop für das Labor.
Ein kurzer Film berichtete über das Alltagsleben und das Hospital. "Die durchschnittlichen Temperaturen liegen bei 35 Grad, und das bei über 90 Grad Luftfeuchtigkeit. Es gibt ein Internetcafé und Handys und etwa 220 Motorräder in Ascensión", so Glock. Letitia sei die allererste gewesen, die im Urwald mit einem Motorrad gefahren ist. Das Hauptnahrungsmittel ist Mais. Benzin ist rationiert. Ein Liter Sprit kostet drei Bolivianos, was etwa 50 Cent entspricht. Einen Kostenvergleich stellte Glock auch bei anderen medizinisch-technischen Geräten an. So kostet ein Krankenbett ohne Technik etwa 153 Dollar, ein OP-Tisch mit Lampe, Überwachungsmonitor und Absauggerät knapp 12 000 Dollar. Wer das Krankenhaus unterstützen möchte, kann das tun mit einer Spende auf folgendes Konto: Thüringische Franziskanerprovinz, Bank für Orden und Mission, Bankleitzahl 510 917 11, Kontonummer 8 000 57 17, Stichwort: Hospital Guarayos Bolivien.



 
Kreis Anzeiger vom 22.11.2006
Frauen Union lädt zum Vortragsabend

BÜDINGEN (pd). Die Frauen Union der CDU Büdingen lädt zu einem Vortrag von Dr. Ute Glock über das Hospital Guarayos im Urwald von Bolivien ein. Der mitreißende Vortrag von Glock über das Hospital, den sie im April 2004 bei der Frauen-Union gehalten hat, wird vielen Teilnehmerinnen der Runde noch im Gedächtnis sein. Glock hat sich in den beiden vergangenen Jahren weiterhin intensiv um die Entwicklung dieses Urwald-Hospitals bemüht. Der Schwerpunkt dieses Krankenhauses ist auf die Behandlung von Kindern ausgerichtet. Fast die Hälfte der zur Verfügung stehenden Betten sind für diese vorgesehen. Die Aktivitäten des Hospitals Guarayos reichen weit über die örtlichen Grenzen hinaus und beeinflussen das Gesundheitswesen der gesamten Region positiv. Besucher erwarten einen interessanter und informativer Abend, an dem neben dem Vortrag ein ansprechender und informativer DVD-Film gezeigt wird. Die Veranstaltung findet am Montag, 27. November, ab 19.30 Uhr im Hotel Sonnenberg (Sudetenstraße 4) statt. Freunde und Bekannte sind wie immer willkommen.




 
Kreis Anzeiger vom 02.08.2006



"Geigen spielen Bach-Partituren in Boliviens Urwald" - Die Büdingerin Dr. Ute Glock unterstützt mit einer Reihe engagierter Bürger ein Krankenhaus sowie ein bemerkenswertes Musikprogramm in Ascension

Eine bemerkenswerte Tatsache, die auch die Büdinger Kinderärztin Dr. Ute Glock begeistert hatte, als sie das Dorf vor einigen Jahren erstmals besuchte. Nach ihrer Pensionierung suchte die umtriebige und engagierte Ärztin eine neue Aufgabe für ihren "Unruhestand" und unterstützt seit mehreren Jahren ein Krankenhaus in Ascension im Tiefland Boliviens (der Kreis-Anzeiger berichtete). In einigen engagierten Büdinger Bürgern fand sie Mitstreiter, die mit ihr das Krankenhaus und das Dorf unterstützen. Ihr Ziel ist es, noch einigen Kinder mehr das Spielen der Geige zu ermöglichen. So entstand aus einer Herzensangelegenheit heraus das Projekt: "Büdinger Geigen spielen Bach in Boliviens Urwald".
Engagiert bei dieser Aktion sind auch Dr. Marita Untch, Dieter Egner, Dr. Elke Müller-Baumgart, Karin Fabricius, Musikdirektor Jaroslav Bílik, Yvonne Braeunlich, Christian Knaf und weitere hilfsbereite Menschen. Finanziert werden die Geigen aus Spenden und insbesondere mit dem Erlös eines Bücherflohmarkt im Rahmen des Altstadtfestes. Bei dem Flohmarkt, bei dem etliche Büdinger ihre Bücherschätze für diesen guten Zweck zur Verfügung stellten und sie für einen Euro verkauften, kamen 600 Euro zusammen. Eine Summe, mit der man zehn Geigen anschaffen konnte, was zudem zehn gelehrige und glückliche Kinder in Urubichá mehr bedeutet. Gleichzeitig heißt es allerdings auch Arbeit für mehr Menschen, denn die Geigen werden auch dort in der Nähe hergestellt. Und zwar aus bestem Zedernholz für 60 Dollar das Stück. Dass den kleinen Violinisten jetzt wieder zehn neue Geigen zur Verfügung stehen, dafür sorgten die engagierten Büdinger, die am Flohmarktstand Bücher verkauften und die zahlreichen Käufer, von denen das Gros gerne noch einen Euro oder zwei dazu legten für den guten Zweck.
"Wir danken allen Menschen, die uns bei diesem Projekt unterstützen, zum einen denjenigen, die ihre wirklich guten Bücher zur Verfügung stellten als auch denen, die sie kauften", betonten Dr. Marita Untch und Dieter Egner. Überwiesen haben Glock, Untch und Egner das Geld an Pater Pius Waldenmaier vom Franziskaner Missions-Verein Bayern in Groß-Heubach, und dieser wiederum leitet es weiter an Pater Neuwirth, der die Franziskaner-Mission vor Ort in Urubichá leitet. Er kommt tagtäglich mit den Menschen zusammen und kämpft mit den Missständen dort. Denn in dem Bauerndorf ist die Hauptsorge die nach dem täglichen Brot. Und dennoch üben Kinder und Jugendliche dort Bach-Partituren und Vivaldi. Das kommt daher, dass vor etwa 300 Jahren Jesuiten dort den Menschen die Liebe zur Musik Bachs näher brachten und so üben etwa 400 Guarayo-Indios heute noch in den Hütten ihre Partituren ein. Die Nachfolger der Jesuiten im bolivianischen Urwald, die Franziskaner, blieben bis heute bei dieser musikalischen Tradition, so dass es Dr. Ute Glock nicht wenig erstaunte, als sie von diesem Krankenhaus in Ascension nach Urubichá kam und dort europäische Klassikklänge vernahm. Es hat sie vollkommen begeistert, dass es ausgerechnet in diesem kleinen Dorf in Amazonien Mädchen und Jungen gibt, für die es etwas sehr Wertvolles und gleichzeitig das Selbstverständlichste in ihrem Leben ist, europäische Klassik und Barockmusik zu spielen. Sie war tief beeindruckt von den Kindern und Jugendlichen in dem Dorf, in dem es nur ein Auto und nicht immer Strom gibt. Die Familien leben vom Ertrag der Gemüsefelder, die manchmal bis zu 20 Kilometer entfernt im Busch liegen. Geld verdienen oft nur die Frauen mit Webarbeiten für einen lausigen Lohn. Geld für Geigen, selbst wenn sie dort bereits für 60 Dollar hergestellt werden können, fehlt. Um diesen Kindern weiter zu ermöglichen, unter der Obhut der Franziskaner Violine spielen zu lernen, setzt sich Glock in Büdingen ein und suchte und fand Mitstreiter, die sich für die jungen Musiker engagieren. So laufen im bolivianischen Urwald nun bereits zwei Projekte: Unterstützung für das Krankenhaus in Ascension und für die jungen Violinisten. Und jede weitere Spende ist willkommen. Glock fährt von Zeit zu Zeit nach Bolivien, um zu schauen, wie das Geld verwendet wird und telefoniert regelmäßig mit ihren dortigen Partnern.




 
Kreis Anzeiger vom 21.06.2006



750 Euro gespendet für Entbindungsstation - Katholische Gemeinde unterstützt Krankenhaus in Bolivien

BÜDINGEN (jm). Einen Scheck mit einer Spende von 750 Euro übergaben Pfarrer Werner Suerbaum und Manfred Huth vom Pfarrgemeinderat an Ute Glock für das Kinderkrankenhaus im bolivianischen Ascension. Die beachtliche Summe spendeten die Gottesdienstbesucher in den Pfarreien St. Bonifatius Büdingen und St. Josef Düdelsheim bei den Sonntagskollekten am 28. Mai.
Seit Jahren engagiert sich Ute Glock ehrenamtlich zugunsten des Krankenhauses im bolivianischen Dschungel, weit ab von jeder größeren Stadt.
Das Krankenhaus wurde von der Ordensschwester Letitia Pallhuber aufgebaut und finanziert sich allein durch private Spenden. Als letzte Baumaßnahme wurde im vergangenen Jahr die Entbindungsstation fertiggestellt; allerdings fehlt noch die medizinische Ausstattung. Dafür soll der gespendete Betrag verwendet werden.
Die Entbindungsstation gibt den Frauen in dem unzugänglichen Gebiet die Möglichkeit, medizinisch betreut zu entbinden. Dadurch sinkt nicht nur die Sterblichkeit von Müttern und Kindern, sondern die im Krankenhaus geborenen Kinder werden auch in das bolivianische Gesundheitssystem aufgenommen, was bei Hausgeburten nicht der Fall sei, berichtete Glock.
Die engagierte frühere Kinderärztin informierte die Gottesdienstbesucher in einem Diavortrag über das Projekt und garantiert auch dafür, dass die Spenden komplett und ohne Abzüge Schwester Letitia zur Verfügung gestellt werden.




 
Kreis Anzeiger vom 09.06.2006



Spenden für bolivianische Geburtsstation - Dr. Ute Glock und ihr Helferteam vom Projekt "Nachbarschaftshilfe im globalen Dorf" beim Altstadtfest vertreten

Immer mehr war die Ärztin von den Arbeitsberichten aus Bolivien fasziniert. Als Missionarin war Schwester Lätitia in die Region Ascensión gekommen, aber sie sah bald, dass sie an der katastrophalen medizinischen Unterversorgung der dortigen Bevölkerung nicht vorbei konnte. 1965 begannen sie und ihre Mitschwestern aus dem Kloster Hall in Tirol mit dem Aufbau einer kleinen Krankenstation. Es lässt sich kaum abschätzen, wie viele Hindernisse überwunden werden mussten, ehe aus der medizinischen Notversorgung ein Krankenhaus mit 60 Betten und den Abteilungen Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie/Geburtshilfe und Orthopädie wurde. Die neueste Erweiterung ist eine Kinderstation mit 20 Betten für die intensivmedizinische Behandlung von Früh- und Neugeborenen, die sonst nicht überleben könnten. Warum das Hospital Guarayos von so existenzieller Bedeutung für die indigenen Kleinbauern und -handwerker der Region ist?
Die 15 000 Einwohner der Stadt Ascensión und ihrer Umgebung haben sonst keine medizinische Versorgung, das nächste staatliche Krankenhaus liegt 340 Kilometer entfernt. Diese Patienten können ihre Behandlung allenfalls mit Naturalien oder Dienstleistungen "bezahlen", was natürlich nie zu Kostendeckung reicht. Eine Krankenkasse in unserem Sinne gibt es in Bolivien nicht. Das Krankenhaus ist zwar vom Staat anerkannt. Es fließen aber keine regelmäßigen Gelder - weder für Investitionen, noch für den laufenden Betrieb. Nur dank der Spenden, die der Freundeskreis der Nonnen aus Europa dem Werk zukommen lässt, geht der Betrieb weiter. Das gilt auch für die anderen Projekte der Nonnen, die Missions- und Gesundheitsstationen und die Schulen für insgesamt 4 500 Kinder und Jugendliche. Die Schwestern sind überwiegend ältere Frauen, Nachwuchs fehlt. So sind sie bestrebt, junge bolivianische Nonnen in ihre Arbeit ein zu beziehen, das Werk in dortiger kirchlicher Trägerschaft zu verselbstständigen.
Ute Glock war vom Schwester Lätitias Bericht so beeindruckt, dass sie nach Ascensión fuhr und die Arbeit selbst kennen lernte. "Dieses Werk müssen wir unterstützen", stand für Glock fest und mit dem ihr eigenen Temperament nahm sie sich der Sache an. Spender gewinnen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten? Offensichtlich haben die anschaulichen Berichte der Ärztin viele Leute motiviert. Ein Schneeballsystem der Hilfsbereitschaft entwickelte sich und ein Stand auf dem Büdinger Weihnachtsmarkt 2005 wurde organisiert. Schon bei der Vorbereitung stand Glocks Freundin Nora Itzel ihr engagiert zur Seite. Immer mehr Leute machten mit, die Rinderbügener Landfrauen spendeten Kuchen und Wetterauer selbst gemachte Marmeladen, sorgten für Kaffee und Glühwein. Zur Freude Glocks und ihres Helferkreises gab es hier 1 830 Euro Einnahmen. Damit sind im Jahr 2005 sage und schreibe 12 800 Euro zusammen gekommen. Kürzlich ließ sich die katholische Kirchengemeinde informieren und spendete 750 Euro für die Projekte.
Das Guarayos-Projekt kommt ohne Bürokratie aus, die Mittel fließen direkt in das Hospital. So konnten 2005 ein EKG-Gerät, ein Inkubator, ein Sauerstoffbeatmungsgerät und eine Körperwaage für die Kinderklinik angeschafft werden. Auch eine Bitte Schwester Lätitias wurde erfüllt. Sie bekam einen Satz chirurgischer Instrumente "made in Germany". Das hatte sie sich besonders gewünscht: Diese sind aus einer so hochwertigen Metalllegierung hergestellt, dass sie auch nach langem Gebrauch nicht stumpf werden oder an den Scharnieren ausschlagen.
Doch die Arbeit der Nonnen geht weiter. Sie planen eine eigenständige Geburtsstation, denn immerhin kommen dort jährlich zwischen 850 und 900 Babys zur Welt. Die bisherige Unterbringung der Wöchnerinnen in der Chirurgie ist zu eng und pflegerisch unbefriedigend. Dank der guten Versorgung im Krankenhaus liegt die Neugeborenensterblichkeit unter dem bolivianischen Landesdurchschnitt, aber noch weit über bundesrepublikanischen Standards. So bitten die Schwestern dringend um Spenden für dieses Projekt.
Ute Glock und ihr Helferteam wollen sich dem nicht entziehen. Sie sind auf dem Altstadtfest am Samstag und Sonntag, 10. und 11. Juni, im Schlossareal mit einem Stand vertreten, an dem es Kaffee, Kuchen und Getränke, Frisches aus dem Wok und antiquarische Bücher gibt und hoffen auf viele Standbesucher. Wer direkt spenden möchte, kann dies auf das Konto Thüringische Franziskaner-Provinz (Nummer 80005717, Bankleitzahl 510 917 11, Bank für Orden und Mission) tun.



   
Kreis Anzeiger vom 22.03.2006


Vortrag in Altenstadt

ALTENSTADT (ts). Auf Einladung des Europaclubs Altenstadt berichtet die Kinderärztin Dr. Ute Glock aus Büdingen am Donnerstag, 23. März, um 19 Uhr im Gemeinschaftsraum der Altenstadthalle von ihren abenteuerlichen Reisen durch Bolivien. Ihre Erlebnisse schildert sie mit Hilfe eines Films, um sich hauptsächlich auch im Gespräch mit den Besuchern dieser Veranstaltung, kritisch mit den sozialen Verhältnissen und deren Problemlösung auseinanderzusetzen sowie sie in den Vergleich mit den hiesigen Sozialsystemen zu stellen. Glock pflegt engen Kontakt mit einer medizinischen Einrichtung im bolivianischen Urwald, wo vorwiegend Kinder in Pflege genommen werden, jedoch die nötige finanzielle Hilfe ausbleibt. Der Eintritt zu der Abendveranstaltung ist frei, es wird um eine Spende gebeten. Eingeladen sind auch alle interessierten Mitbürger.




 
Kreis Anzeiger vom 21.03.2006


"Bolivien aus Sicht einer Europäerin"

ALTENSTADT (ts). Dr. Ute Glock aus Büdingen hält einen Vortrag: "Bolivien aus Sicht einer Europäerin" am Donnerstag, 23. März, um 19 Uhr in der Altenstadthalle. Der Vortrag, unterlegt von einer Dia- Präsentation und einem Film, beinhaltet den Verlauf ihrer abenteuerlichen Reisen in das mittelamerikanische Land voller Schönheiten, aber auch voller Armut und Grausamkeiten. Glock geht insbesondere auf die sozialen Verhältnisse ein und schildert den Versuch einer im Urwald gelegenen Klinik, Kranken größtmögliche Hilfe und medizinische Versorgung zukommen zu lassen. Der Eintritt ist frei. Spenden werden erbeten.




 
Kreis Anzeiger vom 07.01.2006


Dank für Hilfe bei Benefiz-Aktion

BÜDINGEN (leo). Den Erlös, den Dr. Ute Glock und Nora Itzel mit ihrem Team an einem Stand im Rahmen des Büdinger Weihnachtsmarktes erzielten, stifteten sie einem bolivianischen Krankenhaus. Sage und schreibe 1 830 Euro sind zusammengekommen. Dr. Ute Glock und Nora Itzel bedanken sich besonders bei den Landfrauen aus Rinderbügen, die mit selbst gebackenem Kuchen den Basar unterstützt haben sowie bei den Büdingen Tennis-Damen für deren Hilfe bei der Aktion.




 
Kreis Anzeiger vom 20.12.2005


Ute Glock: "Unsere erste Sorge gilt den Menschen und ihren Nöten" - Büdinger Kinderärztin unterstützt Missionsstationen in Bolivien - Weihnachtsmarkt-Aktion

Elfriede MareschBÜDINGEN. Der Ruhestand kann sehr unterschiedlich gestaltet werden, etwa als Rückzug, bei dem körperliche Beschwerden ausschlaggebend sind. Glücklicher sind die weltzugewandten Senioren. Sie genießen es, dass sie nach Jahrzehnten Berufstätigkeit nun mehr Zeit für sich haben, ihre Qualifikationen aber weiterhin einbringen können - allerdings auf anderer Ebene. So hat auch die Büdinger Kinderärztin Dr. Ute Glock eine neue Aufgabe für sich definiert, in der ihr berufliches Wissen genauso gebraucht wird wie ihr Temperament und ihre Einsatzfreude.
Sie ist in den Freundeskreis der Nonnen von Ascunsion hineingewachsen. Die Franziskanerinnen aus Hall in Tirol betreiben im ländlichen Bolivien unter der indigenen Guarayos-Bevölkerung ein Netz von Missionsstationen, Schulen für insgesamt 4 500 junge Leute und ein Krankenhaus. Nonnen aus dem Urwald und eine Ärztin, die in einem Industrieland eine Praxis leitete und dabei Aufgaben im kinder- und jugendärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes wahrnahm - stoßen da nicht Welten aufeinander?
Dr. Ute Glock war schon zweimal in Ascunsion. Sie erlebte dort unglaubliche Kontraste: motivierte Kinder und ihre Lehrerinnen in "Schulen des Glaubens und der Freude", aber auch Familien in Hütten, die noch nicht einmal europäischen Rohbaustandards entsprechen, ein Jugendorchester, das hingebungsvoll Mozarts "Kleine Nachtmusik" spielte, und unterernährte Teenagermütter, die aus einer Vergewaltigung schwanger geworden sind. Glocks Sohn Florian hat einen Film zum Thema "Franziskanerinnen in Bolivien" gedreht - eine eindrucksvolle Bildfolge, die die Gegensätze noch bedrückender erscheinen lässt: hier das funktionstüchtige kleine Hospital der Schwestern mit einer chirurgischen, einer Kinder- und einer Entbindungsstation, dort - von Kerzen umgeben - ein totes Zweijähriges, das an einer unspezifischen Darminfektion starb. In Deutschland hätte sie jedes Kind überlebt.
Zwischen der Ärztin und den Nonnen sind freundschaftliche Beziehungen gewachsen. Am meisten beeindruckt der Ärztin die pragmatische Hilfsbereitschaft der Schwestern, ihre schlichte Tatkraft, die da eingesetzt wird, wo die Not gerade am Größten ist. "Unsere erste Sorge ist nicht die Mission. Unsere erste Sorge gilt den Menschen und ihren Nöten", meinte etwa Schwester Andrea Schett. Die meisten Nonnen sind nicht mehr jung, Nachwuchs fehlt. So sind sie bemüht, im Laufe der Jahre Projekte zu verselbstständigen. Einige ihrer Schulen hat der Staat übernommen, bolivianische Nonnen führen die Arbeit der Tiroler Schwestern in deren Sinn weiter. Aber den 60- oder 70-jährigen Frauen aus Österreich wird immer noch viel Einfallsreichtum abverlangt.
So kam es 1999 in einem trockenen Monat durch Brandrodung zu Funkenflug. Mit Schrecken erinnert sich Schwester Andrea an den Brand eines kompletten Dorfes. Vielköpfige Familien wurden obdachlos. Die Schwestern konnten in Europa hilfsbereite Spender finden. Heute ist das Dorf wieder aufgebaut - mit Ziegeldächern zum vorbeugenden Brandschutz. Dennoch: Geldmangel gefährdet die Arbeit der Nonnen. Es gleicht oft kleinen Wundern, wie Geld- und Sachspenden gerade im letzten Moment ankommen. Doch die Mühe zeigt Wirkung. Die Kindersterblichkeit in Ascunsion liegt unter dem Landesdurchschnitt. So starben oft Babys, weil die Familien nur die Alternative "Stillen oder vom Tisch der Erwachsenen gefüttert werden" kannten. Industriell gefertigte Säuglingsnahrung gibt es nicht. Sie wäre für die Kleinbauern und Handwerker auch unerschwinglich. Krankenschwester Letitia Pallhuber fördert das Stillen, versucht eine Amme zu finden, wenn die Mutter keine Milch hat. Ebenso vermittelt sie Hygienekenntnisse. Babys starben öfter an Nabeltetanus. Die Nabelschnur wurde flüchtig mit Lianen abgebunden, mit einem unsauberen Buschmesser durchtrennt. Schwester Letitia und ihre Kollegin, Kinderkrankenschwester Miriam Holaus, sorgten dafür, dass es in den Weilern Scheren gibt, die ausgetauscht und in kochendem Wasser sterilisiert werden können.
Dr. Ute Glock sah die Not, unterstützte selbst und versuchte auch in Oberhessen Sponsoren zu finden. Beim Weihnachtsmarkt im Büdinger Schlossareal etwa kam es jüngst zu einem Brückenschlag zwischen Wetterau und bolivianischem Tiefland. Die Kinderärztin fand Helfer für ein breites Angebot. Die Kefenroder Landfrauen backten Plätzchen, Frauen aus Glocks Freundeskreis sorgten für Kaffee und Kuchen, schenkten Glühwein aus. Sie standen im nasskalten Wetter stundenlang am Stand, boten bolivianisches Kunsthandwerk und Wetterauer Hausmacher-Marmeladen, holten ihre Ehemänner zum Auf- und Abbau. Stolze 1 830 Euro kamen auf dem Weihnachtsmarkt zusammen, die direkt in Sachspenden in das bolivianische Hospital gehen werden.
Doch es bleibt noch viel zu tun, um die medizinische Versorgung der Familien zu sichern - von den 13 000 Einwohnern von Ascunsion sind 8 000 unter 15 Jahren. Deshalb ist man für jede kleine Spende dankbar, die direkt an die Nonnen im Hospital weitergeleitet wird.
Gespendet werden kann unter dem Stichwort "Hospital Guarayos - Thüringische Franziskaner-Provinz" auf das Konto mit der Nummer 800 057 17 (Bankleitzahl 510 917 11) bei der Bank für Orden und Mission.




 
Kreis Anzeiger vom 02.12.2005


Engagierte Kinderhilfe als Lebensaufgabe - Dr. Ute Glock unterstützt mit Stand auf Büdinger Weihnachtsmarkt ein Dritte-Welt-Projekt im Tiefland Boliviens

Die agile Büdingerin hat sich im Ruhestand eine neue Lebensaufgabe gestellt. Auch diesmal will sie kranken Kindern helfen, aber ihre Zielgruppe kommt nicht aus dem Wetteraukreis, sondern lebt im Tiefland Boliviens, im Siedlungsgebiet der indigenen Guarayos.
Seit 1924 sind dort österreichische Nonnen von der Kongregation der Haller Schulschwestern, wie die Tiroler Franziskanerinnen genannt werden. Von der Missionsstation Ascensíon aus stehen sie auf vielfältige Weise den Menschen der ländlichen Region zur Seite. Als Krankenschwestern und Hebammen verbinden sie Errungenschaften moderner Medizin mit guter Pflege und haben schon vielen das Leben gerettet oder sie vor Spätschäden unbehandelter Krankheiten bewahrt. Die Nonnen haben sich bei den Menschen der dortigen Region ein großes Vertrauenspotential erworben - so finden sie Gehör, wenn sie Informationen zu Hygiene, zur Gesundheitspflege und zur Prävention von Krankheiten weitergeben. Als Lehrerinnen tragen sie zur Alphabetisierung des Distriktes bei, vermitteln neben den Kulturtechniken lebenspraktische Fähigkeiten und bemühen sich, den Jugendlichen, insbesondere den Mädchen, nach der Schule noch eine Berufsausbildung zu geben, die ihnen als Erwachsene ein einkommen sichern kann.
Eher durch Zufall lernte Dr. Ute Glock die 76-jährige Schwester Letitia Pallhuber kennen, die dort in Ascensíon immer noch ihren Dienst als Krankenschwester tut. Sie hat es geschafft, mitten in einer Urwaldregion mit unglaublicher Mühe ein kleines Krankenhaus aufzubauen. Dort gibt es eine Chirurgie, eine Röntgenabteilung, eine Entbindungs- und eine Kinderstation - einfach eingerichtet, aber effektiv.
Dr. Ute Glock war von der lebhaften Erzählung der alten Schwester so fasziniert, das sie selbst nach Ascension fuhr. Dort war sie wieder in ihrem Element, war mit Rat und Tat gefragt. Sie sah Kinder mit Krankheitsbildern von Unterernährung über Tropenkrankheiten bis zu Parasitenbefall, erlebte die Not von Teenagermüttern, die Überforderung viele Frauen, die mehr oder mehr allein große Familien durchzuziehen haben. Das nächste Hospital in Santa Cruz ist vier Autostunden weit entfernt, die Straßen sind schlecht. So hat das kleine Krankenhaus in Ascension eine lebenswichtige Bedeutung in der Bevölkerung - die Kindersterblichkeit ist dort nachweislich gesunken.
Dr. Ute Glock möchte den Nonnen und ihrem Krankenhaus, vor allem aber den kranken Kindern in Ascension helfen. Dringend gebraucht werden Medikamente und chirurgisches Instrumentarium. So sind Dr. Ute Glock und andere Büdinger Bürger während des ganzen Weihnachtsmarktes am Stand direkt beim Eingang des Schlosses anzutreffen. Sie verbinden in ihrem Angebot selbst zubereitete Speisen aus der Wetterau mit Kunsthandwerklichem aus Bolivien.
Alle Einkünfte kommen direkt und unbürokratisch dem Krankenhaus in Ascension in Bolivien zu Gute und Dr. Ute Glock und ihr Kreis hoffen auf viele Besucher.



Letzte Aktualisierung ( Monday, 12 December 2016 )